„Er ist sicher nach Deutschland gegangen!“ rief Polly. „Er stammt aus Hamburg.“
Am folgenden Tage waren sie in Hamburg.
Im Hotel Esplanade stiegen sie ab und nahmen Zimmer 23 und 24 mit dem Ecksalon. Dodd trat Polly sein Zimmer ab und nahm das ihre, da es nach der Straße zu lag, versäumte aber, diesen Tausch dem Portier zu melden.
Und Peter Voß war wirklich auch in Hamburg.
In Amsterdam war er so vorsichtig gewesen, sich umfrisieren zu lassen. Doch hatte er sich diesmal nicht den ganzen Bart abnehmen, sondern nur das Kinn ausrasieren und das Haupthaar auf drei Millimeter stutzen lassen. Die stehengebliebenen Bartkoteletten behandelte er selbst mit Höllenstein, daß sie grau wurden. Er legte sich bei einem Altkleiderhändler einen hochfeinen Anzug, gelbe Gamaschen und einen Rohrstock mit versilberter Krücke zu und fuhr als fideler Lebegreis nach Hamburg. Seinen blauen, schon bedeutend strapazierten Anzug schickte er zollpostlagernd ebendahin.
In Hamburg angekommen, machte er eine Käse-Rundfahrt, frühstückte bei Lünsmann und setzte sich vor den Alsterpavillon. Er schwankte lange, ob er seiner alten Matrosenwirtin einen Besuch abstatten sollte. Unschlüssig schaute er auf die Wagen und Autos, die an ihm vorbeisausten.
Und da sah er plötzlich in einer ganz gewöhnlichen Droschke eine Dame sitzen, die er sehr gut kannte, neben einem Manne, der ihm völlig unbekannt war. Daß dieser Mann Bobby Dodd sein könnte, fiel ihm natürlich nicht im Traume ein.
Es war aber doch Bobby Dodd, der eben mit Polly eine Fahrt um die Alster machte. Sie hatte diesen Wunsch ausgesprochen, und er war sofort darauf eingegangen.
Peter Voß fuhr blitzschnell in die Höhe. War das nicht Polly? Saß an ihrer Seite nicht ein wildfremder Mann? Kein Zweifel, er hatte sie entführt! Schon im Begriff, dem Wagen nachzulaufen, um dem Schurken an die Kehle zu fahren, besann er sich plötzlich auf seinen Millionendiebstahl. Die Berührung mit der Polizei, zu der dieser Ueberfall fast mit Sicherheit führte, mußte er auf jeden Fall vermeiden. Er stürzte zum nächsten Automobil und befahl dem Chauffeur, der Droschke nachzufahren.
„Ich bin ein Detektiv!“ erklärte er leise, und der Führer nickte verständnisinnig.