Inzwischen war Peter Voß in heller Verzweiflung bei Mutter Hansen auf der Adolfstraße angekommen. Sie fiel aus allen Wolken, als sie den feinen alten Herrn herein- und gleich die Treppe hinaufstürzen sah.

„Ein Rasiermesser!“ schrie er schon auf der Treppe und lief in das erste beste Zimmer, wo er sich sofort auszukleiden begann.

Mutter Hansen folgte ihm und schlug die Hände überm Kopf zusammen, als sie ihn wiedererkannte.

„Peter,“ schrie sie, „bist du all wieder da!“

„Mutter Hansen,“ stieß er hastig heraus, „hinter mir ist einer her, aber ich bin unschuldig.“

„Das weiß ich!“ sprach die alte Frau seelensruhig. „Du tust nichts Unrechtes. Da sollte ich dich wohl kennen.“

„Also ein Rasiermesser!“ drängte er sie. „Nur schnell, daß ich den vertrackten Bart los werde. Und dann läufst du zum Schneider und holst mir einen alten Anzug für einen ganz dicken Kapitän, es kann auch ein neuer sein. Und vergiß die Mütze nicht, Hapagwappen!“

„Aber wozu denn in aller Welt?“ rief sie erstaunt.

„Frag nicht, frag nicht, nur fix, daß er mich nicht erwischt!“

Mutter Hansen eilte so schnell die Treppe hinunter, als es ihre alten Beine nur vermochten. Ein Rasiermesser war bald gefunden. Peter Voß schabte sich die Bartkoteletten fort. Mutter Hansen stand neben ihm, die Hände in die breiten Hüften gestemmt, und schüttelte ein über das andere Mal den Kopf.