„Jetzt zum Barbier!“ fuhr er sie plötzlich an. „Und besorg mir einen dünnen, blonden Zwickelbart, der bis hierher geht.“

Dabei zeigte er auf den zweiten Westenknopf.

„Herrgott, Herrgott!“ rief sie erschreckt, tat aber doch, was er verlangte.

Denn Peter Voß mußte Gewißheit haben. Er mußte herauskriegen, wie seine Frau dazu kam, sich von diesem verdammten Detektiv in der Welt herumführen zu lassen! Hielt sie ihn wirklich für einen Millionendieb? Hatte Jim Stockes versäumt, sie aufzuklären? Oder war er nicht mehr dazu gekommen, weil Dodd sie entführt hatte?

An Jim Stockes zu telegraphieren, hätte für beide Teile höchst gefährlich werden können. Also mußte Peter Voß auf eigene Faust handeln, und zu dem Zweck blieb ihm nichts anderes übrig, als ins Esplanade-Hotel einzudringen und Polly zur Rede zu stellen.

Mutter Hansen erschien sehr bald mit einem funkelnagelneuen Kapitänsanzug, den sie bei einem nahen Marineschneider aufgetrieben hatte. Auch eine Mütze brachte sie mit, die das Kompagniewappen der Hamburg-Amerika-Linie trug. Vor dem Spiegel machte Peter Voß Toilette. Die umfangreiche Weste wurde mit einem Kopfkissen ausgefüllt, und dann kam der Bart an die Reihe. Sogar den Leim zum Ankleben hatte Mutter Hansen nicht vergessen. Dafür war sie auch die vorsorglichste Matrosenwirtin von ganz Hamburg.

„Ist es möglich!“ rief sie. „Der Kapitän Siems, wie er leibt und lebt!“

Peter Voß nickte befriedigt, er hatte das Gesicht des braven Kapitäns der „Pennsylvania“ lange genug studiert, um es annähernd treffen zu können.

„Nun noch einen kleinen Handkoffer!“ rief er und betrachtete sich würdevoll im Spiegel.

Die Mütze stand ihm ausgezeichnet.