Mutter Hansen besorgte auch ein kleines, neues Köfferchen, das mit Zeitungen gefüllt wurde.
Zehn Minuten später entstieg Peter Voß schnaufend einem Auto, das vor dem Esplanade-Hotel hielt.
„Guten Tag, Herr Kapitän!“ rief der Portier höflich, zog die Mütze und nahm das Handgepäck, das ihm der Chauffeur reichte.
Genau so wiegend und gewichtig, wie Kapitän Siems von der „Pennsylvania“ dahinzuschreiten pflegte, ging Peter Voß durch das Vestibül. Er begehrte bei der Zentrale ein Zimmer und verwarf mehrere Nummern, ehe er eine wählte. Es war Nummer 26. Hier wollte er sich auf die Lauer legen, um Polly abzufangen. Und er hatte Glück. Sie trat eben aus ihrem Zimmer, um in den Alsterpavillon zu gehen, und kam ihm entgegen. Sehr bleich und furchtbar aufgeregt war sie.
Plötzlich sah sie ihren Weg durch einen sehr gewichtigen Schiffskapitän versperrt, der einfach die Arme um ihren Hals legte und sie küßte. Sie stieß ihn zurück, wobei ihr auffiel, daß er einen außergewöhnlich weichen Bauch hatte.
„Schrei nicht, Polly, ich bin’s!“ flüsterte er. „Peter Voß, dein Peter.“
Nun wollte sie erst recht losschreien, aber er legte ihr die Hand auf den Mund und zog sie ins Zimmer 26 hinüber, das er mit schnellen Griffen durch die Riegel der Doppeltür sicherte. Polly stand an der Wand und sah ihn mit weitaufgerissenen Augen an. Er näherte sich ihr mit der größten Entschiedenheit.
„Rühr mich nicht an!“ rief sie, ein Bild des vollkommensten Schreckens. „Ich fürchte mich.“
„Aber Polly!“ lachte er und rückte ihr näher.
„Du bist geisteskrank!“ schluchzte sie. „Du hast dich im Geschäft überarbeitet. Gib das Geld heraus, das du genommen hast.“