„Diese Banken nun sind durch alle Theile und Staaten unseres ausgedehnten Landes verbreitet und es sind deren besonders viele in neuerer Zeit durch den Umsturz der Hauptbank unseres Landes entstanden, vielleicht mehr, als das Bedürfniß erfordert; doch sie sind einmal da, gesetzlich durch unsere Regierungen erlaubt und von Bürgern gegründet, von Bürgern gleich uns, und ist es nun nicht himmelschreiend, wenn einzelne Menschen, ja leider Deutsche zum Theil selbst, ihre Landsleute mit Vorurtheilen, Verdrehungen, ja sogar den gröbsten Lügen gegen ihre Mitbürger erfüllen, und „Krieg gegen die Banken“! „Krieg gegen die Geld-Aristokraten“ — Etwas, was sie selbst nicht einmal verstehen — zu ihrem Feldgeschrei machen, und Bürger gegen Bürger aufhetzen? Können diese Vaterlandsfreunde, können diese gute Menschen seyn? — Kehren wir wieder zu den Banken zurück. Diese kleineren Banken sind geeignet, den Verkehr im Innern zu beleben, aber auf das Ausland können sie nicht wirken, da sie zu unbedeutend sind. Selbst in unserm eigenen Lande nimmt man die Noten oder Wechsel entfernter Banken, die man nicht kennt, welche aber vielleicht in ihrer Gegend recht gut und sicher seyn mögen, entweder gar nicht oder mit großem Verluste, und dieses ist das Uebel, woran wir jetzt leiden.“
„Die größern Städte dieses Landes, wie New-York, Philadelphia, Baltimore etc. sind gleichsam wie unsere Meßorte in Deutschland zu betrachten. Die Kaufleute des Innern pflegen alle Frühling und Herbst diese Orte zu besuchen, um ihren Bedarf an Fabrik- oder Manufaktur-Waaren für ein halbes oder ein ganzes Jahr hier einzukaufen, entweder gegen baar, oder gegen Kredit, und ihre zuvor gemachten Schulden zu bezahlen; hierzu sind sie aber jetzt außer Stand gesetzt. Gold und Silber ist nun einmal so viel nicht da, und kein Präsident und keine Regierung kann uns dieses verschaffen, wie wir gesehen haben; auch würde es den hundertsten Theil nicht ausreichen, den Handel und Verkehr im Großen zu beleben. Das Wenige, was da ist, hält das allgemeine Mißtrauen zurück, jedoch wird es alsobald wieder in Umlauf kommen, so wie das Vertrauen wieder hergestellt, und wir wieder eine, von der Regierung unabhängige Hauptbank haben, nämlich wie unsere vorige war; Verbesserungen, wie sie Zeit und Erfahrung an die Hand gegeben, mit zugerechnet, welche Kapital und Kredit genug besaß, um den Handel und Wandel im Großen zu unterstützen, deren Papiere nicht allein im ganzen Lande, sondern sogar im Auslande sehr gern genommen und überall so hoch und höher noch als Silber standen. Hatten nun die Kaufleute hier oder an andern Orten etwas zu zahlen, so konnten sie immer Noten dieser Bank gegen diejenigen ihrer Gegend einwechseln, und überall damit auskommen; jetzt aber ist ihnen der Weg versperrt, und sie kommen lieber gar nicht, ehe sie 25 pCt. und darüber an ihrem Gelde verlieren. Sie haben Mangel an Waaren, und ihr Geld liegt nutzlos und wir haben Ueberfluß an Waaren, und Mangel an Geld, und können uns doch einander nicht helfen. Ist dieses eine gute Zeit zu nennen? Wollen wir noch weiter hineinrennen, oder haben wir an der Probe genug?“
„Als wir mehrere Jahre hintereinander Mißwachs und Theuerung hatten, hätten wir verhungern müssen, wenn der Handelsstand uns nicht aus entfernten Ländern Früchte und Lebensmittel zugeführt hätte; diese müssen nun aber bezahlt werden, wenn man ehrlich bleiben will. Hätten wir nun unsere Hauptbank noch gehabt, so konnten wir dieses mit Wechseln bezahlen, bis wir Gelegenheit fanden, wiederum von unsern Produkten auszuführen und diese Wechsel damit einzulösen; jetzt aber muß dieses Alles in Gold und Silber geschehen, denn unsere kleinen Noten, denen wir selbst nicht trauen, werden sie im Auslande nicht nehmen. Und nun frage man noch, warum Gold und Silber rar wird? Es wird und muß noch rarer werden, je länger wir einer Parthei anhängen, die uns leider nur schon zu lange irre geleitet hat etc.“
Ich selbst muß gestehen, daß dieser Aufsatz, welchen ich um der Kürze willen nur zur Hälfte wiedergegeben, mich mit den Banken ausgesöhnt, und für eine allgemeine, von sämmtlichen Staaten garantirte Nationalbank umgestimmt hatte. — „Wo ist aber die Garantie?“ rufen die Gegner aus: „Was wollen die sämmtlich bankerottirten Staaten noch verpfänden?“ und, fahren sie fort: „daß eine Nationalbank, ebenso wie die jetzigen kleinen Banken, ihre sittenverderbende Macht zum Nachtheil des Volkes ausüben wird, und schon während ihres Bestehens ausgeübt hat, legt klar die Geschichte dieses Landes vor Augen und entdeckt ein Blick in den Gang und die Wirkungen des Banksystems. Aus unwiderlegbaren Thatsachen wissen wir, daß gerade der Handel der Verein. Staaten am schwankendsten gewesen ist, und die Zeiten am schlechtesten waren, als die Banken in voller Thätigkeit wirkten und mit Papier über Papier das Land überschwemmt wurde. Die Geschäfte gingen zwar, und Mancher verdiente viel. Aber was? Papier, und damit konnte er sich nur eine papierene Glückseligkeit verschaffen. Auf eine künstliche Höhe wurde Alles geschraubt, in unverhältnißmäßigen Preisen wurden alle Dinge verkauft, im Schwindel war die Sache begonnen, im Schwindel wurde sie fortgeführt und endlich bekam Alles den Schwindel und stürzte zusammen. Den Papiermühlen fehlte das Wasser und es war ihnen unmöglich, mehr Geld zu fabriziren; die Kaufleute hatten noch einige Lumpen in der Tasche und schauten mit sehnsuchtsvollen und schmachtenden Blicken nach Großbritannien, wo die Früchte ihrer Bemühungen und ihr Geld gefressen wurden; nur die Eingeweihten und Getauften der Bank blieben ruhig, schnitten zwar ein bitteres Gesicht mit, setzten aber im Stillen ihr Werk fort und dachten: wir angeln den großen Fisch als unsern Braten doch noch. So erging es schon oft unserm Lande und so wird es ihm noch oft ergehen, wenn das Bank- oder Kredit-System noch länger fortgelten sollte, bis endlich die Whigs ihre Absichten erreicht, die Oberhand gewonnen und die Masse des Volkes zu ihren Arbeitern und Knechten erniedrigt haben.“
„Die Whigs sagen uns zwar, ohne Banken könne dieses Land nicht bestehen, das Papiergeld sey zum Betreiben und Aufblühen des Handels nothwendig und befördere auf diese Art den allgemeinen Wohlstand; denn wenn Handel und Gewerbe im Aufblühen seyen, so verdiene auch der Handwerker und Arbeiter und könne sich desto leichter etwas erwerben und ein bequemes Leben verschaffen. Wenn man dieses so oberflächlich anhört, so glaubt man Anfangs, es verhalte sich allerdings so, und wird beinahe geneigt, den Banken zu huldigen. Spürt man aber dem Dinge weiter nach, so findet man, daß allerdings die Banken den großen Fabrikherren und großen Handelshäusern dienlich seyn können, daß aber auch bald die großen Fabrikherren die kleinen, die großen Handelshäuser die kleinen auffressen, und der Handwerker und Arbeiter nichts anders wird, als ein Sklave, eine bemitleidenswürdige, traurige Kreatur dieser harten Geld-Seelen, daß diese Geld-Aristokraten sie in ihren Klauen halten, und ihnen nur so viel geben, als sie bedürfen, um nicht zu verhungern etc.“
Eine andere Zeitschrift, welche diesen ernsthaften Gegenstand bespricht, zieht ihn ins Lächerliche, und bringt unter der Ueberschrift: „Schönheiten des Bankwesens“ Folgendes zur Kenntniß des Publikums:
„In der Stadt New-York hat sich unter dem allgemeinen Bankgesetze auch eine „City-Trust- und Banking-Company“ gebildet, die zufolge der bestehenden Bankschwindelei-Gesetze in zwölf Monaten zahlbare Postnoten ausgiebt und dieselben namentlich im Lande zahlreich auszubreiten sucht. Hinter den Worten „promise to pay“ steht mit ganz niedlichen, für bedachtlose Augen unsichtbaren Buchstaben: „12 months after date.“ Die Geschichte dieser Bank wird so erzählt: Die City-Trust- und Banking-Company deponirte anfänglich für 2000 Dollars Arkansas State-Stocks und erhielt dafür vom Kontroleur 1200 Dollar-Noten. Jetzt ging das Bankgeschäft los. Zuerst wurde für 22 Dollars eine Kiste gekauft, wofür sie die 22 Dollars in Postnoten zahlte. Der Koffermacher wußte sich davon 20 Dollars vom Halse zu schaffen und verlangte für die übrigen zwei Dollars courantes Geld, was die Kompagnie verweigerte. Dann wurde ein ehrbarer Tischler angenommen, um das Bankzimmer einzurichten. Er that es, konnte aber seine Bezahlung nicht eher erhalten, als bis er die Kompagnie durchzuprügeln drohte. Jetzt fing man an Deposit-Certifikate auszugeben, die Herr Ackermann, ein Halbbruder des Kompagnie-Präsidenten Munson, fleißig unterzeichnete; und hie und da gingen nun die Postnoten ins Land, um Produkte damit einzukaufen. Dies erreicht, machte sich Präsident Munson rückenfrei, dankte ab und gründete ein anderes liebes Bank-Institut, die „North-Amerikan-Banking Co.“ — Diese neue Bank befindet sich eine Treppe hoch über der Trust-Co., doch wollte der Maler das ausgefertigte Schild nicht ausliefern, wenn er nicht vorher bezahlt werde. — Sail ho!“
Sylvester’s Reporter und Counterfeit Dotektor, machten eine Liste von 152 Banken bekannt, welche gebrochen waren. Der Betrag der zirkulirenden Noten dieser Banken betrug in der Durchschnittssumme für jede Bank 250,000 Dollars, zusammen also die ungeheure Summe von achtunddreißig Millionen Dollars, „welche sich nun nutzlos in den Händen des Volks befinden.“
Wiederum ein anderes Blatt bemerkt: