Durch den Tuilerieen-Garten eilten wir der Wohnung des Königs zu, um mit Beschauung dieses Schlosses die Wanderung für diesen Tag zu beschließen, welches meine Gefährten in jeder Hinsicht befriedigte, und diese, im Glauben nun Paris gesehen zu haben, am andern Morgen die Hauptstadt verließen, nicht ahnend, was für den Fremden noch an Kunstschätzen hier zu sehen ist, und ein günstiges Geschick mir diesen Genuß noch gewährte.

Nur anständig gekleideten Personen ist der Zutritt in den Garten der Tuilerieen gestattet, da die Eingänge mit Militär besetzt, Jeden abweisen, welcher diesem Befehl zuwider handeln will. Deshalb ist dieser Königliche Park auch der Einigungspunkt der vornehmen Welt, welche hier sehen und gesehen seyn will.

Diese herrliche, wohlunterhaltene Anlage vereinigt Alles, was zur Verschönerung der Natur, und dem Vergnügen der Menschen beitragen kann, und bei jeder Wendung begegnen dem Blicke die schönsten Statuen und Gruppen, welche von Wasserkünsten und Fontänen unterbrochen werden.

Der Name des Palastes der französischen Könige soll seinen Ursprung von Ziegelhütten haben, welche früher da standen, wo Katharine von Medicis das jetzige Tuilerie-Schloß angelegt hat, welcher Bau von jedem der nachfolgenden Regenten vergrößert und verschönert worden ist. Auch Ludwig Philipp unterläßt nicht, ihn von innen und außen zu verbessern und zu erweitern.


Einundfunfzigster Brief.

Fortsetzung.

Im Februar 1841.

Der Minister-Resident, Herr Staatsrath Weiland, wünschte persönlich meine Bekanntschaft zu machen, nahm mich sehr zuvorkommend auf, und stellte mir beim Abschiede eine Karte zu, welcher ich mich da, wo der Paß nicht auslangen würde, um Einlaß in die Kunstkabinete zu erhalten, bedienen möchte. Dabei war ich auch von dem Aufenthalte der zur Zeit in Paris lebenden Weimaraner in Kenntniß gesetzt, von welchen ich vor Allen Herrn Martersteig aufzufinden mich bemühte. Dieser, in seinem Atelier mit einem großen Kunstgemälde beschäftigt, war nicht wenig erstaunt, als er den Amerikaner erblickte, der, ihm in Paris einen Besuch abzustatten, gekommen war, und ich mußte sogleich bei diesem Braven meine Wohnung nehmen, da ein mehrtägiger Aufenthalt unerläßlich war, um das Weitere von Paris kennen zu lernen. Ein zweiter Landsmann, Herr Rückoldt, zur Zeit außer Kondition, wurde nun mein Cicerone, und dieser, ebenfalls in Paris von A bis Z bekannt, unterzog sich dem Geschäfte, mit mir die Stadt nach allen Richtungen zu durchstreichen und nichts unbesucht zu lassen. Den Abend mehrte die Gesellschaft ein dritter Landsmann, Herr Schaller, und so genoß ich nach der Abreise meiner Reisegefährten manche herrliche Stunde im Kreise der Freunde.