Am Mittag war Natchez erreicht und daselbst angehalten, und auch hier wurden Passagiere ausgesetzt und andere mitgenommen. Dieser Ort mit 4000 Einwohnern ist romantisch auf einem hohen Ufer erbaut und eine der größten Städte des Mississippi-Staates, wo sich viele wohlhabende Pflanzer aufhalten, welche von hier aus die Baumwollenversendung stark betreiben. Die Stadt ist romantisch, vom Sandufer etwas entfernt, auf einer Anhöhe erbaut, und auf Letzterem bilden nur Breterhäuser eine Straße, wo meistens Stores errichtet sind, in welchen der Reisende sich mit Allem versehen kann.
Nachdem das Fort Adams, welches auf hohem felsigen Gestade erbaut ist, so wie die Ausmündung des breiten Red-Flusses passirt war, wurde Halt gemacht.
Die am 22. durchschiffte Gegend hat ebenfalls niedrige, mit Wald besetzte Ufer, wo der wilde Wein sich bis in die Wipfel der höchsten Bäume in die Höhe rankt. Der Lauf des Flusses machte jetzt viele und große Windungen, wo auf den Ufern ansehnliche große Plantagen sichtbar sind.
Die Baumwollenfelder hören in dieser Gegend auf und die Zucker-Plantagen machen den Anfang.
Je näher man Orleans kömmt, um so lebhafter wird die Wasserstraße; mehre Dampfboote begegneten uns heute in kurzen Zwischenräumen, so wie auch viele Flachboote. Diese Fahrzeuge, welche schon erwähnt worden, führen meistens die Landesprodukte an Getraide, Mehl, Branntwein, Kartoffeln, Schweinefleisch etc. aus den Staaten Ohio, Indiana, Illinois, Virginien und Kentucky nach Orleans, um daselbst verbraucht oder weiter verschifft zu werden. Der Tennessee- und Alabama-Staat, liefern Baumwolle, der Missouri- und Mississippi-Staat Ahorn und Rohr-Zucker.
Einen Begriff von der Menge zugeführter Viktualien erhält man durch die Zahl der Fahrzeuge, welche während der Wintermonate (in der heißen Jahreszeit stockt aller Verkehr) in Orleans eintreffen, und zwischen 13–14,000 betragen sollen.
Gegen Mittag wurden die felsigen Ufer steiler, und bald kamen wir bei dem Städtchen Baton-Rouge vorbei, welches auf demselben erbaut ist. — Das Laubholz wird hier seltener und Cypressen so wie Akazien treten an dessen Stelle.
Nachdem wir Donaldsonville, die letzte Stadt auf dieser Tour, 80 Meilen von Orleans entfernt, im Rücken hatten, wurde beigelegt. Die waldigen Ufer verschwanden, und die Zucker-Plantagen breiteten sich bis dicht an das Flußbett aus; mehr entfernt von Letztern sind erst Cypressen-Wälder sichtbar.
Gegen Mittag des 23. näherten wir uns dem Ziele der Reise. Einzeln stehende Häuser, noch zwei Stunden von solchem entfernt, verriethen den Anfang der Stadt Orleans. Obgleich mein Gesundheitszustand während der letzten Zeit sich mehr verschlimmert hatte, gab ich doch den Bitten Freund Aackes nach, verließ das Lager, bestieg mit ihm das Verdeck und sah so von hier aus das sich immer mehr entfaltende Gemälde.