Diss büchlin zu ler und rechter tugend,

Die dann in gotts erkantnus stehet,

Das man nach seinen gboten gehet.

Darzu wöll gott sein gdeien geben

Und nach disem das ewig leben.


BURKARD WALDIS.

[Scherer D. 297, E. 294.]

Dieser berühmte Fabeldichter wurde in Hessen vermuthlich um 1495 geboren, lebte aber in seiner Jugend meist im Ausland, namentlich in Livland. 1523 wurde er vom Erzbischof Jasper van Linden als Abgesandter an den Kaiser und den Pabst geschickt, um Hilfe gegen den einbrechenden Protestantismus zu verlangen. Auf dem Rückwege ward er von den Protestanten in Riga gefangen genommen, trat dann selbst zum Protestantismus über und lebte als Zinngiesser in Riga. Später kehrte er nach Hessen zurück, war Pfarrer zu Abterode (1544) und starb wahrscheinlich 1557. Herausgegeben ‘Esopus’ von Kurz (2 Bde. Leipzig, 1862); Tittmann (2 Bde. Leipzig, 1882); ‘Der verlorene Sohn’ von Milchsack (Halle, 1881); ‘Streitgedichte’ von Koldewey (Halle, 1883).

DIE LXXXIJ FABEL VOM REICHEN UND ARMEN MANN.