Wehe dem Diener, der an seinem Herren vnd Vatterland vntrew {10} vnd ein Verrähter wird! wie können seine Kinder einige Hoffnung haben der Wohlfahrt!

Wehe der Herrschafft, die einen Gewissenhafften Diener wegen der Vngemeisterten vnd Vnvberwindlichen Warheit von sich lasset! Wie kan es anderst sein, als dass jhr armes Land endlich durch die Lügenhaffte Fuchsschwäntzer (welche den mangel vnnd das böse zu sagen sich schewen, vnd nur jmmerzu nach glatten, weichen, wohlgefälligen Worten vnnd Zeitungen trachten) muss zu grund vnd in das Verderben kommen!...

O alte Mannheit, O Alte Teutsche Dapfferkeit vnd Redlichkeit, wo {20} bistu hien verflogen?


JOHANN LAUREMBERG.

[Scherer D. 364, E. 368.]

Geboren 1590 zu Rostock, war daselbst 1618–1623 Professor der Poesie und dann bis an seinen Tod (1658) Professor der Mathematik an der Universität Soroe in Seeland. Er schrieb vier Scherzgedichte in plattdeutscher Sprache, die sich in derb realistischer Weise gegen die gelehrten und modischen Thorheiten richten. Herausgegeben von Lappenberg (Stuttgart 1861); Braune (Halle 1879).

AUS DEM RÜDDEN SCHERTZGEDICHTE.

Ein hübscher junger Kerl gebahren in Westfalen,

Sick vörgenamen had, he wolde Wyssheit halen[1041]: