) männlicher Feldtaube für eine Morgenstunde“:
| in trockner Luft: | bei 0° = 10,438 Grm. Kohlensäure; bei 24° = 6,055 Grm.; bei 37° = 4,69 Grm. |
| in feuchter Luft: | bei 23° = 6,769 Grm.; bei 37° = 7,167 Grm. |
Ebenso gaben 1000 Grm. Zeisige für eine Nachmittagsstunde:
| in trockner Luft: | bei 0° = 7,260 Grm.; ; bei 17,5° = 5,679 Grm.; bei 37,5° = 3,220 Grm. |
| in feuchter Luft: | bei 17,5° = 5,351 Grm.; bei 37,5° = 6,851 Grm. |
1000 Grm. Kaninchen endlich exhalirten in einer Morgenstunde:
| in | trockner | Luft | : | bei | 37,5° | = | 0,451 | Grm. | Kohlensäure. |
| „ | feuchter | „ | : | „ | 37,5° | = | 0,677 | „ | „ |
„So spärlich diese Untersuchungen sind, so weisen sie doch deutlich genug auf die Wichtigkeit dieses Einflusses für die Respiration hin, eines Einflusses, den wir am Krankenbette, namentlich bei Lungenkranken, so häufig zu beobachten Gelegenheit haben. Fragen wir aber nach dem Causalnexus in welchem die hier beobachtete Kohlensäureexcretion mit dem Feuchtigkeitsgrade der Luft steht, so finden wir leider noch keine einigermaassen genügende Antwort.“
„Dass die Feuchtigkeit der Luft auch auf die Athembewegungen eine Einwirkung äussern muss, lässt sich nicht bloss errathen, sondern auch direct beobachten: die Athemzüge der Thiere sind in der feuchtwarmen Luft viel frequenter, als in der trocknen. Hierzu trägt nun allerdings im Anfange des Versuchs die Veränderung selbst, der das Thier unterworfen wird, sehr viel bei; allein wenn man auch 3, 6 oder 10 Stunden nach Beginn des Versuchs die Athmungsfrequenz beobachtet, so findet man sie immer bedeutender, als beim Athmen in trockner Luft. Einigen in meinem Laboratorium von Buchheim angestellten Versuchen nach scheint aber die Feuchtigkeit der Luft mehr noch auf die Tiefe der Athemzüge einzuwirken“.
„Wenn aber die Vermehrung der ausgeathmeten Kohlensäure beim Athmen in feuchter Luft theilweise in der berührten Veränderung der Athembewegung ihre Erklärung findet, so wird der Einfluss der Feuchtigkeit, gleich dem der Temperatur, sich wahrscheinlich auch noch auf einem andern Wege geltend machen. Ein directer Einfluss des Wasserdunstes auf die Ausscheidung der Kohlensäure aus dem Blute lässt sich freilich nach unsern jetzigen Kenntnissen der betreffenden Verhältnisse nicht nachweisen. Für eine weitere Untersuchung dieses Gegenstandes dürfte aber eine von mir wiederholt gemachte Beobachtung nicht ohne Interesse sein. Die Frösche verlieren nämlich in trockner Luft weit weniger an Körpergewicht, als in feuchter; der Unterschied ist ausserordentlich gross, daher ich unter vielen Beobachtungen nur folgende zwei anführe. In einem Falle verloren 100 Grm. Frosch in 24 St. in trockner Luft = 1,820 Grm. an Gewicht; in feuchter dagegen 4,376 Grm.; in einem andern Falle in trockner Luft = 0,681 Grm., in feuchter aber 5,340 Grm. Dass diese Erfahrung sich mehr auf die Perspiration bezieht, versteht sich von selbst; denn schon das äussere Ansehen der Frösche die sich in trockner Luft befanden zeigt, dass ihre Haut ausgetrocknet und daher wohl für die Perspiration untauglich geworden war; allein ohne allen Bezug auf die betreffenden Respirationsverhältnisse möchte diese Erfahrung doch nicht sein“.
Diese Beobachtungen sind für unsern Gegenstand offenbar von dem grössten Interesse; sie weisen zweifellos darauf hin, welchen bedeutenden Einfluss der Feuchtigkeitsgrad der Luft auf die Ausgaben des Körpers, und damit auf den Stoffwechsel ausübt.—Wollen wir auch nicht übersehen, dass ich, wie jeder Seebadegast in seiner Heimath, in Oldenburg keineswegs in einer absolut „trocknen“ Atmosphäre lebte, die Luft in Oldenburg im Gegentheil eben während meiner Untersuchungen daselbst sehr feuchtwarm war, so wird dennoch der beständige Feuchtigkeitsgrad der Seeluft immer einen gewissen Einfluss ausüben müssen und mit der Kenntniss obiger Thatsachen nähern wir uns ohne Frage der Einsicht in das Wie? der Wirkung des Lebens auf der Insel.—Ihnen zufolge kann man auch den neuerdings angeregten Ideen zur Herstellung künstlicher Seeluft in Krankenzimmern nur in vollstem Maasse das Wort reden. Ob der geringe Salzgehalt der Seeluft diese Wirkung noch erhöht, lasse ich dahin gestellt sein; ähnliche Untersuchungen, wie die von Lehmann mit einfach feuchter Luft angestellten, können allein darüber entscheiden.