(der Verfasser.)


»In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gab der Herr Strodtmann, dermaliger Rector am Gymnasio zu Osnabrück, ein osnabrücksches Idiotikon heraus, welches nachher nebst dem hamburgischen Idiotikon des Herrn Professor Richey die Grundlage zu dem bekannten bremischen Wörterbuche ausmachte. Von jenem Idiotikon des Herrn Strodtmann läßt sich nicht viel Gutes sagen; der Herr Rector, der selbst kein geborener Osnabrücker war, hatte es durch seine Schüler sammeln lassen, er hat es blos in Ordnung gebracht. Daher ist es denn gekommen, daß zwei Drittel der darin aufgenommenen — im bremischen Wörterbuche mit S bezeichneten Worte entweder unrichtig geschrieben, oder falsch erklärt sind. Hat nun der Herausgeber des bremischen Wörterbuchs bei dem Richeyschen Idiotikon — das ich, da ich den hamburgischen Dialect nicht so genau kenne, nicht beurtheilen kann — eine eben so üble Wahl getroffen, so steht es schlecht um das bremische Wörterbuch, wie auch sonst am Tage liegt.

Indessen ist es wohl hohe Zeit an ein brauchbares niederdeutsches Wörterbuch zu denken. Kenne ich doch Rechtsgelehrte in meiner Vaterstadt, denen ich die Schuhriemen aufzulösen nicht werth bin, die aber nicht im Stande sind eine Urkunde aus den Zeiten des Bischofs Philip Sigismund zu lesen. Die niederdeutsche Sprache kömmt unter den gebildeten Classen immer mehr außer Gebrauch, und sogar Kindermädchen und Ammen werden angewiesen mit den Kindern hochdeutsch zu rothwelschen. Das giebt denn freilich ein hübsches Deutsch, aber das geht mich nichts an; ich bedaure nur den Untergang unsers altsächsischen Idioms, den wir in der Folge nur noch theilweise aus dem Holländischen werden erklären können.«

Klöntrup, Dr.

[B] Der Herr Professor Dr. Rosegarten theilt mir so eben mit, daß er aus dem Klöntrupschen Manuscripte alles Wesentliche in sein Wörterbuch aufnehme; weshalb dasselbe auch für uns Westphalen ein berücksichtigungswerthes Werk werden dürfte.

[C] angemessen, würdig, werth.

An de gestrengen Heerens.

Ick rieke, wann de Finnenkiikers[1] düt Breefken liäset, dat se mi dann met Leiwe lauten[2] un mi to'm Minnsten nich alls to butt[3] un balstüürig[4] up't Fell kuomen schiölen; dann se kiönet'r uut sehnen, dat'k mi de Mööte nich verdreeten lauten hebbe, miine Schriiwerigge met mehr Lüüen düür to niemen, daar ick van uäwertüüget was, dat se de plattdüütske Sprauke un den aulen Bedriif[5] nowwe[6] kinnet. Un deswiegen steht düt Breefken hier, met der fründlicken Bidde, dat Jeddereene de düt of dat bieter weet as icke un de Annern, de ick frägt hewwe, 't mi bedierwe[7] in't Ahr flispern[8] un'r nich faarts sau'ne unwiise Raarerigge[9] van maaken wille, as de Wat[10] wual dooet.