[1] Nachstehende Mittheilung ist zuerst in den Sitzungsberichten der Berliner Anthropologischen Ges. erschienen, nur waren meine Besucher dort Paláosinsulaner genannt. Da aber Prof. Semper, der längere Zeit auf den eigentlichen Paláos (Pelew)-Inseln zugebracht hat, im Corresp.-Bl. f. Anthropol. 1871 No. 2 mit Recht hervorhebt, dass Uliai zur Gruppe der Carolinen gehöre, so habe ich hier den allgemeineren Ausdruck Mikronesier gewählt, obwohl jene Männer, über deren Herkunft aus Uliai kein Zweifel bestand, sich nicht Carolinen-Insulaner, sondern Paláos nannten. Wie mir Dr. Gräffe mittheilt, der viele Jahre in Mikronesien verweilte, ist Paláos ein ähnlich loser Begriff wie Kanaka und so viele andere und bezeichnet durchaus nicht ausschliesslich die Bewohner der Pelewgruppe. [↑]

[2] Dumont d’Urville, Voy. pole sud. V. 206 bemerkt, dass die Eingeborenen ihre Insel Gouap oder Ouap, aber niemals Yap nennen, und dass der Ackerbau dort alles übertreffe, was er je in der Südsee gesehn hatte. [↑]

[3] Die Reisen der Polynesier wurden auch durch die Tyrannei der siegreichen Parteien veranlasst, welche die Ueberwundenen zur Auswanderung zwangen (Ausland 29. Jan. 70.). [↑]

[4] Pigafetta S. 51. [↑]

[5] Morga f. 127. [↑]

[6] »Die Bisayer überziehn ihre Zähne mit glänzend schwarzem oder feuerfarbenem Firniss, und so werden ihre Zähne schwarz oder roth wie Zinnober, und in der oberen Reihe machen sie eine kleine Oeffnung und füllen sie mit Gold, das auf dem schwarzen oder rothen Grunde um so mehr glänzt« (Thévenot, Religieux 54). Ein König aus Mindanao, der Magellan auf Massana besucht: »in ogni dente haveva tre machie d’oro, che parevano fosseno legati con oro«, woraus Ramusio gemacht hat: in ciascun dito avea tre anelli d’oro. (Pigafetta S. 66). Vergl. auch Carletti Viaggi 1. 153. [↑]

[7] In einer dieser Klippen, 60 Fuss über dem Meer, fanden sich Muschelbänke: Ostrea, Pinna, Chama .. nach Dr. v. M.: O. denticulata Bron., O. cornu copiae Chemn., O. rosacea Desh., Chama sulfurea Reeve, Pinna nigrina Lam.(?). [↑]

[8] Im Athenaeum 7. Jan. 71 ist nach Capt. Ullmann eine Todtenfeier (Tiwa) der Dayaks beschrieben, die in vielen Punkten mit der der alten Bisayer übereinstimmt. Der Sarg wird vom nächsten männlichen Anverwandten aus einem Baumstamme ausgehöhlt, so eng, dass der Leichnam hineingepresst werden muss, damit nicht bald darauf ein andres Familienglied sterbe, um die Lücke zu füllen. Es werden möglichst viele Habseligkeiten auf den Todten gehäuft, um seinen Reichthum darzuthun, und sein Ansehn in der Geisterstadt zu erhöhen, unter den Sarg wird ein Gefäss mit Reis, eines mit Wasser gestellt.

Eine der Hauptfeierlichkeiten des Tiwa bestand vormals (auch jetzt noch an einigen Orten) in Menschenopfern. Wo die holländische Regierung gebietet, können solche nicht stattfinden, es werden aber zuweilen Büffel oder Schweine auf grausame Weise getödtet, mit deren Blut die Hohepriesterin Stirn, Brust und Arme des Familienhauptes bemalt. Aehnliche Opfer von Sklaven oder Schweinen mit eigenthümlichen Zeremonien durch Priesterinnen (Catalona’s) fanden bei den alten Philippinern statt. (s. Informe I. 2. 16.) [↑]

[9] Ein Aufsatz von Professor Virchow über die von mir aus den Philippinen mitgebrachten Schädel befindet sich im Anhange. [↑]