Zum Schluss eine kurze Nachricht über die Religion der alten Bisayer nach Fr. Gaspar (Conq. 169): Den Teufel oder Genius, dem sie opferten, nannten sie Divata was einen Gegensatz der Gottheit, einen gegen dieselbe Empörten zu bezeichnen scheint ... die Hölle nannten sie Solad, den Himmel (in ihrer gebildetsten Sprache) Ologan ... die Seelen der Verstorbenen gehn auf einen Berg in der Provinz Oton, welcher Medias heisst, wo sie sehr gut bewirthet und bedient werden. Erschaffung der Welt: Ein Geier schwebt zwischen Wasser und Himmel, findet keine Stätte, um sich zu setzen, das Wasser steigt gen Himmel. Der Himmel wird zornig, erschafft Inseln. Der Geier spaltet einen Bambus, daraus entstehn Mann und Frau, sie zeugen viele Kinder und treiben sie als ihre Zahl zu gross geworden, mit Schlägen aus. Einige verbergen sich in der Kammer, dies werden die Datos, einige in der Küche, das werden die Sklaven, die übrigen gehn die Treppe hinab und werden das Volk.
[1] Pintados oder Bisayos, nach einem einheimischen Worte, welches dasselbe bedeutet, sollen die Bewohner der Inseln zwischen Luzon und Mindanao von den Spaniern genannt worden sein, weil sie die Gewohnheit hatten sich zu tatuiren. Crawfurd (Dict. 339) meint, diese Thatsache stehe nicht fest, sicherlich werde sie von Pigafetta nicht erwähnt. Pigafetta sagt aber S. 80: Egli (il re di Zubu) era ... dipinto in differente guisi col fuoco. — Purchas (Pilgrimage fol. I. 603): the king of Zubut had his skinne painted with a hot iron pensill, und Morga f. 4: traen todo el cuerpo labrado con fuego. Danach scheinen sie sich nach Art der Papuas, durch Einbrennen von Flecken und Streifen in die Haut, tatuirt zu haben. Aber an einer andern Stelle (f. 138) berichtet Morga: Sie unterscheiden sich (von den Bewohnern Luzons) durch ihr Haar, das die Männer zu einem Zopf schneiden nach der alten spanischen Art und bemalen ihre Körper mit vielen Mustern ohne das Gesicht zu berühren. Der Gebrauch des Tatuirens, der mit Einführung des Christenthums aufgehört zu haben scheint, denn schon der oft zitirte Geistliche (Thévenot S. 4) erwähnt ihn als verschollen, kann aber nicht für ein Kennzeichen der Bisayer gelten; Stämme des nördlichen Luzons tatuiren sich noch heut. [↑]
[2] Mezzeria, (Italien), Metayer, (Frankreich). [↑]
[3] Bei uns kostet der Scheffel Kartoffeln durchschnittlich auf dem Lande 10, in der Stadt 20 Sgr. [↑]
[4] In China wird aus den Samen von Vernicia montana ein Oel gewonnen, das durch Zusatz von Alaun, Bleiglätte und Steatit bei gelinder Wärme leicht in einen kostbaren Firniss übergeht, der, mit Harz vermischt, zum Wasserdichtmachen der Schiffsböden verwendet wird. (P. Champion Indust. anc. et mod. de l’Emp. Chinois 114.) [↑]
[5] Petzholdt (Kaukasus I, 203) erwähnt, dass in Bosslewi so viel Maiskörner als ein Thongefäss fassen kann, seinen Preis bestimmen. [↑]
[6] Wie allgemein derartige Missbräuche, geht aus einem auf dem Papier vorhandenen, aber nicht in die Praxis gedrungenen Gesetz von 1848 (Leg. ult. I. 144) hervor, welches wucherische Kontrakte mit Dienern oder Gehülfen verbietet, und diejenigen mit strengen Strafen bedroht, die unter dem Vorwande, Vorschüsse geleistet, oder Schulden oder die Kopfsteuer, oder Ablösung von Frohnden gezahlt zu haben, Eingeborene oder ganze Familien in immerwährender Abhängigkeit bei sich erhalten, und ihre Schuld fortwährend erhöhen, indem sie ihnen für ihre Leistungen keinen hinreichenden Lohn gewähren. [↑]
[7] Früher scheinen sie anders gewesen zu sein: »Diese Bisayer sind Leute, dem Ackerbau weniger zugethan, gewandt in der Schifffahrt, lüstern nach Krieg und Seezügen, wegen der Plünderungen und Prisen, welche sie Mangubas nennen, was dasselbe ist, wie Ausziehn um zu stehlen.« Morga f. 138. [↑]
[8] Der Missbrauch dauert fort, obwohl ein strenges Gesetz ihn verbietet und die Alkalden, welche unterlassen es anzuwenden mit 100 Dollar Geldbusse für jeden einzelnen Fall bedroht werden. In manchen Provinzen zahlt der Bräutigam, ausser der Aussteuer, eine Entschädigung an die Mutter der Braut für die von letzterer genossene Muttermilch (Bigay susu). Nach Colin (Labor evangelico S. 129) betrug der Penhimuyat, das Geschenk, welches die Mutter für die Nachtwachen und Sorgen bei Erziehung der Braut empfing, ein Fünftel der Aussteuer. [↑]