[14] Rapport Consulaire Belge XIV. 68. [↑]

[15] Im Agricultural Report für 1869, S. 232 wird eine andre Faser sehr gepriesen, die von einer dem Sesal sehr nahe verwandten Pflanze (Bromelia sylvestris) stammt, vielleicht nur eine Abart derselben; ihren einheimischen Namen jxtle soll sie wegen der Aehnlichkeit ihrer flachen, stacheligen Blätter mit den gezähnten Obsidianmessern (iztli) der Azteken erhalten haben. [↑]

[16] Die Bananen sind bekanntlich eine der allerwerthvollsten Pflanzen für den Menschen, sie liefern unreif Stärkemehl, reif eine angenehme nahrhafte Frucht, die selbst in Menge genossen weder widerlich wird, noch nachtheilige Folgen hat. Einige der besten essbaren Abarten tragen schon Früchte 5 oder 6 Monate nachdem sie gepflanzt worden und treiben immer neue Schösse aus der Wurzel, so dass sie eine unausgesetzte Fruchtfolge geben und die Mühe des Menschen fast auf das Umhauen der alten Pflanzen und das Pflücken der Früchte beschränkt ist. Die breiten Blätter gewähren andern jungen Pflanzen den in tropischen Ländern so nöthigen Schatten, werden vielfach in der Haushaltung verwendet und manche Hütte hat es nur ihrem Bananengärtchen zu danken, wenn sie die Feuersbrunst übersteht, die gelegentlich das Dorf in Asche legt.

Ich möchte hier auf einen Irrthum aufmerksam machen, der einige Verbreitung erlangt hat. In Bischof Pallegoix’s trefflichem Werke Description du royaume Thai on Siam I. 144 heisst es: L’arbre à vernis, qui est une espèce de bananier et que les Siamois appellent rak, fournit ce beau vernis qu’on admire dans les petits meubles qu’on apporte de Chine. — Als ich in Bangkok den fast neunzigjährigen liebenswürdigen Greis über diese auffallende Angabe zur Rede stellte, meinte er kopfschüttelnd, das könne er nicht geschrieben haben; — ich zeigte ihm die Stelle. — »Ma foi j’ai dit une bêtise; — j’en ai dit bien d’autres«, flüsterte er mir in’s Ohr, indem er die Hand vorhielt, als fürchtete er behorcht zu werden. [↑]

[17] 1862 bezog England aus Spanien 156 Tons, 1863: 18,074 t., 1866: 66,913 t., 1868: 95,000 t. Die Lumpeneinfuhr fiel von 24,000 t., 1866; auf 17,000 t., 1868. In Algier wächst auch sehr viel Sparto (Alfa), der Transport nach Frankreich ist aber zu theuer, um es dort zu verwenden. [↑]

FÜNFUNDZWANZIGSTES KAPITEL

DAS TABAKMONOPOL.

Für die Regierung ist der Tabak das wichtigste aller Landesprodukte; sie hat den Anbau der Pflanze, ihre Verarbeitung und den Debit zum Gegenstande eines umfassenden, rücksichtslos geübten Monopols gemacht und zieht daraus einen beträchtlichen Theil ihrer Einkünfte.[1] Soviel sich auch gegen die Zweckmässigkeit und Moralität mancher anderer Einnahmequellen des Kolonialbudgets (Kopfsteuer, Spiel- und Opiumpacht, Handel mit Brantwein und Ablasscheinen) einwenden lässt, keine ist so gehässig und verderblich wie das Tabakmonopol.

Oftmals ist im Laufe dieser Reiseberichte die Milde der spanischen Regierung in den Philippinen gerühmt worden; in grellem Widerspruch damit steht das Verfahren der Tabakregie: Sie nimmt den Bauern ohne jegliche Entschädigung die Aecker, die sie zum Anbau notwendiger Nahrungsmittel urbar gemacht hatten, zwingt sie durch harte Körperstrafen auf dem konfiszirten Eigenthum ein Produkt zu bauen, das sehr viel Mühe verlangt und unsichere Ernten giebt; sie klassifizirt die gewonnenen Blätter willkürlich ohne Appell und zahlt dafür im günstigsten Fall einen von ihr selbst festgestellten nominellen Preis — im günstigsten Fall; ein solcher ist aber seit einer Reihe von Jahren nicht mehr vorgekommen, Spanien bleibt jetzt regelmässig den unglücklichen Bauern jenen kärglichen Lohn Jahre lang schuldig; die Regierung prämiirt die Beamten, die von der verarmten Bevölkerung der Tabakdistrikte höhere Erträge erpressen, und belohnt Denunzianten, die ihr zum Tabakbau geeignete Felder nachweisen, indem sie die Spione an Stelle der Eigenthümer in den Besitz der denunzirten Ländereien setzt.