Eine Beschreibung des Tabakbaues nach eigener Anschauung kann ich nicht geben; ich lasse einen kurzen Auszug aus der amtlichen Anweisung (Cartilla agricola) folgen.

Anweisung wie die Samenbeete anzulegen. Ein geeignetes Stück Land wird vierseitig abgegrenzt, zwei oder dreimal gepflügt, von Unkraut und Wurzeln gesäubert, etwas abschüssig gemacht, mit einem flachen Graben umgeben, durch Abzugsgräben in Beete von zwei Fuss Breite getheilt. Die Erde auf demselben muss sehr fein, fast zu Pulver zerrieben werden, sonst würde sie mit dem äusserst feinen Tabaksamen nicht in innige Berührung kommen. Der Same wird gewaschen, zum Ablaufen des Wassers in Tüchern aufgehängt, Tags darauf, mit gleicher Menge Asche gemischt, auf die Beete gestreut. Von der sorgfältigen Ausführung dieser Arbeit hängt der spätere Erfolg ab. Nach einer Woche keimt der Same, die Beete müssen sehr rein gehalten, bei trocknem Wetter täglich besprengt, durch Decken mit Dornen gegen Geflügel und andre Thiere, durch leichte Matten gegen Stürme und starke Regen geschützt werden. Nach etwa zwei Monaten haben die fünf bis sechs Zoll hohen Pflanzen gewöhnlich vier bis sechs Blätter und werden umgesetzt. Dies geschieht, da die Samenbeete im September angelegt werden, Anfang oder Mitte November. Eine zweite Aussaat findet am 15. Oktober statt, sowohl aus Vorsicht gegen mögliche Misserfolge, als um Pflanzen für die Niederungen zu erhalten.

Von dem für den Tabak zuträglichsten Boden und seiner Bestellung; vom Umpflanzen der Sämlinge. Man wähle Boden von mittlerem Korn, ziemlich schwer; besonders empfiehlt sich der kalkhaltige, wenn er reichlich mit verwesten Pflanzenresten gemischt und nicht weniger als zwei Fuss tief ist, denn je tiefer die Wurzel eindringt, um so höher erhebt sich die Pflanze. Daher sind in Cagayan diejenigen Ländereien für den Tabakbau am besten, die alle Jahre durch die Ueberschwemmungen des dortigen grossen Stromes unter Wasser gesetzt werden, und alljährlich neue Schichten fruchtbaren Schlammes erhalten. Auf solchem Boden angelegte Pflanzungen unterscheiden sich daher sehr merklich von höher belegenen, nicht also begünstigten. In jenen schiessen die Pflanzen, sobald sie Wurzel geschlagen, schnell empor, in diesen wachsen sie langsam und erreichen nur mittlere Höhe; dort entwickeln sie in Menge grosse starke saftreiche Blätter, die eine reiche Ernte versprechen, hier bleiben die Blätter kleiner und wachsen spärlich. Aber die Niederungen sind Ueberschwemmungen ausgesetzt, besonders im Januar und Februar, selbst noch im März, wenn der Tabak schon umgepflanzt und ziemlich hoch geworden ist. In solchem Falle ist alles rettungslos verloren, namentlich wenn die Ueberschwemmungen zu einer Zeit eintreten, wann es zu spät ist neue Pflanzungen anzulegen. Desshalb müssen auch hochgelegene Felder bebaut werden, die bei gehöriger Pflege vielleicht denselben Ertrag geben würden. Solche Felder sollten im Oktober drei bis viermal gepflügt und 2 bis 3 mal geeggt werden. Die Felder in den Niederungen können wegen der Ueberschwemmungen nicht vor Ende Dezember oder Mitte Januar gepflügt werden, ihre Bearbeitung ist dann leicht und einfach. Man wählt nun die stärksten Pflanzen in den Saatbeeten aus, und versetzt sie mit Ballen in Entfernungen von einer Elle in den zubereiteten Boden.

Von der auf die Pflanzen zu verwendenden Sorgfalt. Im Osten jeder Pflanze ist ein kleiner Schirm aus zwei Erdschollen aufzurichten, damit sie gegen die Morgensonne geschützt, den Thau länger geniesse. Sorgfältige Vertilgung des Unkrauts, Entfernung der wilden Triebe. Besonders gefährlich ist auch ein Wurm der zuweilen in Menge erscheint. Kurz vor der Reife sind Regen sehr schädlich, denn um diese Zeit ist die Pflanze nicht mehr im Stande, die für den Tabak so wesentliche gummiartige Substanz auszuscheiden, die in Wasser löslich, ihr durch den Regen entzogen wird. Der dem Unwetter preisgegebene Tabak bleibt immer ohne Saft, ohne Güte und ist voll weisser Flecke, ein sicheres Zeichen seiner schlechten Beschaffenheit. Der Schaden ist um so grösser, je näher der Tabak seiner Reife. Die auf den Boden hängenden Blätter faulen, und werden entfernt. Ist der Untergrund nicht tief genug, so vergilbt eine gut gepflegte Pflanzung und vertrocknet fast. In nassen Jahren kommt dies nicht leicht vor, da die Wurzeln dann auch in geringer Tiefe hinreichende Feuchtigkeit finden.

Abschneiden und Behandeln der Blätter im Trockenschuppen. Die obersten Blätter reifen zuerst, sie sind dann dunkelgelb und spröde. In dem Maasse als sie zeitigen, werden sie geschnitten, in Bündel gesammelt, in bedeckten Karren nach den Schuppen gebracht. An nassen, selbst an trüben Tagen, wenn die Sonne den nächtlichen Thau nicht völlig verdampft, darf nicht geschnitten werden. In den Schuppen zieht man die Blätter auf Schnüre oder gespaltenes spanisches Rohr mit genügenden Zwischenräumen zum Lüften und Trocknen. Die trocknen Blätter werden in Haufen gelegt, die nicht zu gross sein dürfen, und öfter umgepackt. Es muss sorgfältig darauf geachtet werden, dass sie sich nicht zu sehr erhitzen und zu stark gähren. Diese für die Güte des Tabaks äusserst wichtige Behandlung verlangt grosse Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit und muss so lange fortgesetzt werden, bis die Blätter nur noch einen aromatischen Tabakgeruch wahrnehmen lassen.

Das nöthige Geschick für diese Hantirung ist aber nur durch lange Uebung, nicht durch Vorschriften zu erwerben.

Nach der Zeichnung eines Tagalen.