Brief Daifusama’s, des Herrschers von Japan, an den Guvernör Don Pedro de Acuña im Jahre 1605. Ich habe von Eurer Herrlichkeit zwei (Briefe) erhalten und alle Gaben und Geschenke, entsprechend dem Verzeichniss. Unter dem was ich erhalten, war der Wein aus Trauben gemacht; ich habe mich daran sehr erfreut. In früheren Jahren bat Eure Herrlichkeit, dass sechs Schiffe kommen dürften, und im vergangenen Jahre bat sie um vier, welche Bitten ich immer gewährte. Das aber erregt mein grosses Missfallen, dass unter den vier Schiffen, um die E. H. bittet, eines von Antonio ist, welcher die Reise gemacht, ohne dass ich es befohlen; dies war eine Sache von grosser Keckheit, und eine Geringschätzung für mich. Will E. H. etwa das Schiff, das sie nach Japan senden möchte, ohne meine Erlaubniss senden? Abgesehen davon haben E. H. und Andre vielemal wegen der Sekten in Japan verhandelt und viele Dinge diese betreffend erbeten, welches ich eben so wenig gestatten kann; denn dieses Gebiet heisst Xincoco, welches bedeutet »den Götzen geweiht«, die seit unsern Vorfahren bis heut mit höchsten Lobpreisungen verehrt worden sind, deren Thaten ich allein nicht ungeschehn machen und vernichten kann. Weshalb es in keiner Weise statthaft ist, dass in Japan Euer Gesetz (Lehre) verbreitet und gepredigt werde; und wenn E. H. Freundschaft halten will mit diesen Reichen von Japan und mit mir, so thue sie das was ich will, und das was mir nicht gefällt, das thue sie niemals.

Endlich haben mir Viele gesagt, dass viele Japanesen, schlechte, verdorbene Menschen, die in jenes Königreich gehn und viele Jahre dort bleiben, darauf nach Japan zurückkehren, welches meinen grossen Unwillen erregt; und deshalb gestatte E. H. von jetzt fortan nicht, dass einer von den Japanesen in dem Schiffe mitkomme, welches hierher geht und in den übrigen Dingen wolle E. H. mit Ueberlegung und Vorsicht verfahren und solcher Art, dass sie fortan nicht mein Missfallen errege.


[1] »Es haben vor der Zeit diese Insulen alle in gemein gehört vnder die kron China, sie haben sich aber umb gewisse vrsachen daruon abgesondert, Dannen her kein Regiment oder Policey ordnung vnder ihnen war, vnd diejenige welche am mächtigsten waren, behielten die Oberhandt, lebten vndereinander wie dz Viehe ... Die von China treiben in den Insuln gross Gewerb«. (J. H. Lindschotten 1596, deutsch Gebr. Brey Frkft. 1613 S. 58). Vergl. auch The Dutch memor. Embassies I. 140; Morga Hakl. 18, Anm.; Purchas 602; Don Juan Grav y Monfalcon Mem. al Rey No. 6; Calendar of State Papers, China & Japan No. 266; Manrique Itinerario de las Misiones, Roma 1653 S. 282. [↑]

[2] In den Philippinen werden die Chinesen gewöhnlich Sangleyes genannt. Nach Professor Schott: šang-lúi (im Süden szang-lói auch šenng-lói) mercatorum ordo; sang heissen besonders die ambulanten Händler, im Gegensatz zu den Kù, tabernarii. [↑]

[3] .. Es ist ein schlechtes lasterhaftes Volk, .. und da ihrer so viele, und sie grosse Esser sind, so vertheuern sie die Lebensmittel und verzehren sie ... es ist wahr, dass die Stadt ohne die Chinesen nicht bestehn kann, denn sie sind die Arbeiter in allen Beschäftigungen, sie sind sehr fleissig und schaffen um geringen Lohn, aber dafür würde eine geringere Anzahl ausreichen. (Morga f. 349.) [↑]

[4] Recopilacion Lib. IV. Tit. XVIII. ley 1. [↑]

[5] Informe I, III. 73. [↑]

[6] Die Chinesen durften nicht in der Stadt, sondern nur in einem besondern Bezirk Parian wohnen. [↑]