[10] Autos acordados II. 272. 279. [↑]
[11] Kein einzelnes Volk in Europa kann sich auch nur entfernt mit der Bevölkerung Californiens messen, die aus allen Ländern auserlesen, in den ersten Jahren wenigstens nur aus strebsamsten Männern in der Fülle ihrer Kraft bestand, ohne Greise, ohne Weiber, ohne Kinder, — deren Thätigkeit in einem Lande, wo alles geschaffen werden musste, (da auf hunderte von Meilen kein zivilisirter Nachbar wohnte) und wo alles Schaffen märchenhaften Gewinn brachte, auf die äusserste Grenze des Möglichen gesteigert war. Ohne hier auf Einzelheiten ihrer Leistungen einzugehn, mag nur daran erinnert werden, dass sie in 25 Jahren einen mächtigen Staat gegründet, dessen Ruf die ganze Welt erfüllt, an dessen Rändern ringsum junge Territorien kräftig aufsprossen, deren zwei schon zu Staaten herangewachsen sind. Nachdem die Californischen Goldgräber die Konfiguration des Bodens ganzer Provinzen geändert, indem sie mit Titanengewalt die Erdmassen ausgedehnter Hügellandschaften ins Meer schwemmten, um sich durch sinnreich ersonnene Vorrichtungen die feinsten darin enthaltenen Goldstäubchen anzueignen, setzen sie die Welt jetzt in Erstaunen als Ackerbauer, deren Erzeugnisse auf die fernsten Märkte gehn und überall unbestritten den ersten Rang einnehmen. So Grosses hat ein Volk geleistet, dessen Gesammtzahl heut wohl kaum eine halbe Million übersteigt, und dennoch wird es ihm nicht leicht, den Wettkampf mit den Chinesen zu bestehn. [↑]
[12] Sämmtliche Schienen in einer Gesammtlänge von fast 103,000 Fuss Rh. und von 20,000 Ztr. Gericht wurden von acht Chinesen gelegt, die in Gruppen von vier Mann einander ablösten. Aus zehntausend Arbeitern waren sie als die tüchtigsten ausgewählt. [↑]
SIEBENUNDZWANZIGSTES KAPITEL
KURZER ABRISS DER GESCHICHTE. — SCHLUSSBETRACHTUNGEN.
Die Philippinen wurden von Magellan am 16. März 1521, dem S. Lazarus-Tage entdeckt,[1] aber erst 1564, nachdem mehrere frühere Versuche fehlgeschlagen, gelang es Legaspi, der mit fünf Schiffen von Neu-Spanien auslief, den Archipel für Philipp II. in Besitz zu nehmen. Der Entdecker hatte die Inseln nach dem heiligen Lazarus getauft, dieser Name wurde indessen nicht gebräuchlich; die Spanier nannten sie hartnäckig die westlichen, islas del poniente (s. S. 2), die Portugiesen islas del oriente; Legaspi gab ihnen ihren gegenwärtigen Namen zu Ehren Philipps II., der ihnen seinerseits den später wieder verschollenen Titel Neu-Castilien beilegte.[2] Zunächst nahm Legaspi Cebu, dann Panay in Besitz, erst sechs Jahre später (1571) eroberte er Manila, damals ein von Palissaden umgebenes Dorf und begann sofort den Bau einer befestigten Stadt. Die Unterwerfung der übrigen Gebiete geschah so schnell, dass sie bei Legaspis Tode (Aug. 1572) im Wesentlichen vollendet war. Zahlreiche wilde Stämme im Innern, die Muhamedaner-Staaten Mindanaos und der Sulugruppe haben bis heut ihre Unabhängigkeit bewahrt. Der Charakter der Bevölkerung sowohl als ihre politischen Einrichtungen begünstigten die Besitznahme. Es gab kein mächtiges Reich, keine alte Dynastie, keine einflussreiche Priesterkaste zu überwältigen, keine nationalstolzen Ueberlieferungen zu unterdrücken. Die Eingeborenen waren Heiden oder seit Kurzem oberflächlich zum Islam bekehrt und lebten unter vielen kleinen Häuptlingen, die mit grosser Willkür herrschten, einander befehdeten und leicht überwunden wurden. Eine solche Gemeinschaft hiess Barangay; sie bildet noch heut, wenn auch in sehr veränderter Form, die Grundlage der Gemeindeverfassung.