Die durch die schwache Solfatara von Igabo (NO. vom Gipfel des oben angeführten erloschenen Vulkans Buhi oder Malinao gelegen und etwa 250 Fuss im Durchmesser haltend) zersetzten, völlig abgerundeten und schalig gewordenen Steine, welche den ganzen Boden der Solfatara bedecken, bestehen, wie die frischen Kerne der Steine zeigen, aus einem hellgrauen Dolerit. Er führt neben überwiegendem triklinem Feldspath grünen Augit, sparsam Olivin und dunkeln Glimmer. Schliesslich wird das Gestein zu einem weissen, mit Eisenoxyd durchzogenen oder rothen Kaolin zersetzt, in welchem Schwefel und Gyps sich findet.

Der bei Tibi liegende Kieselbrunnen Naglĕgbĕng liefert sehr schöne Kieselsinter, z. Th. mit Blattabdrücken. In dem lockeren porösen Gestein kommen einzelne Anhäufungen von Hyalith vor. Nach einer gefälligen Analyse von Herrn Professor Rammelsberg enthält das Wasser in 100000 Theilen 7,5 Kieselsäure, 25,4 Kalk mit Spuren von Eisen, 0,2 Magnesia, eine reichliche Menge von Chloriden, aber keine Sulphate. Das Wasser hatte eine geringe Menge (0,02) Kieselsäure (ohne organische Formen) in der Flasche abgesetzt. Manche der Kieselsinterabsätze bilden schalige Röhren, deren rundliche Enden der Oberfläche das Aussehen eines Erbsensteines geben. Man darf ihre Bildung wohl von aufsteigenden Gasblasen ableiten. Wo sie schliesslich mit gelblichweissem Hyalith erfüllt werden, geben sie dem Absatz eine gewisse Aehnlichkeit mit Korallenbildungen, die freilich verschwindet, wenn die ganze Bildung in Hyalith umgesetzt ist. Bei stärkerem Erhitzen sieht man in der scheinbar homogenen Hyalithmasse die ursprünglichen Röhren wieder hervortreten, indem ihre Färbung eine etwas andere ist als die der Füllmasse.

Von den Doleriten des Mazaraga S. von Malinao und N. vom Vulkan Albay liegen von der halben Höhe entnommen compakte, bräunlichgraue, feinkörnige, feldspathreiche, an Olivin und Augit arme Gesteine vor. Die etwas porösen, sonst ähnlich beschaffenen Dolerite des Gipfels sind gebleicht und zersetzt durch saure Fumarolen. Die Rapilli eines grossen Barranco weisen grössere trikline Feldspathe, z. Th. rundum krystallisirte Augite, aber kaum Olivin auf.

Insel S. Miguel.

Die östlich von Malinao und Tabaco gelegene Insel S. Miguel zeigt an der Südküste einen sehr schmalen, mit vulkanischem Sand bedeckten Küstenstreifen. Der Sand besteht entweder vorzugsweise aus Magneteisen mit wenig Augit und Olivin oder aus Feldspath, grünem, z. Th. rundum auskrystallisirtem Augit, etwas Olivin und Magneteisen, dessen Oktaeder bisweilen deutliche Granatoederflächen zeigen. Um den ganzen Strand bilden grosse Blöcke von frischem, compaktem, hellgrauem Amphibolandesit, weiter NW. von blaugrauem compaktem Dolerit einen Saum. Der Andesit zeigt in feinkörniger Grundmasse neben zahlreichen, grossen, braunen Hornblenden glasige trikline Feldspathe, einzelne Augite und Magneteisen. Das Gestein gleicht ganz dem des Ysarog. Der Dolerit enthält in der feinkörnigen Grundmasse vorzugsweise triklinen Feldspath neben grünem Augit und etwas Magneteisen.

Hinter dem Küstenstreifen erheben sich Bänke eines wenig festen, grüngelben, sandigen, etwas thonigen, tuffähnlichen Gesteins mit Kalkcement. Ausser bimsteinartigen grauweissen Partien sieht man Feldspath, gelbe und dunkle Glimmerblättchen, etwas Magneteisen. Im Rückstand nach Behandlung mit Säure erkennt man etwas Augit und Stückchen eines grauen dichten, feldspathführenden Gesteins. Eingelagert in diese Bänke sind bläulichgraue, ziemlich homogene und feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen. Sie werden in Tabaco als Fliesen benutzt, die oberste, weisse, 2 Fuss mächtige, einzelne gelbe Glimmerschuppen und Bimsteinfragmente führende Bank als Baustein. Nach oben geht diese Bank in einen gelbe Glimmerschuppen, Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, glasigen Feldspath und weisse Bimsteinfragmente führenden, wenig festen, weissen Tuff über, der auch weiter nordwestlich mit faustgrossen Geschieben ansteht. Alle diese wechsellagernden Thon- und Tuffbänke streichen h. 4 und fallen nach Nord.

Weiter südöstlich stehen ältere, gelblichgraue, feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen an.

Die Mitte der Insel besteht aus eisenschüssigem Sand und aus Kies. An der Nordküste liegen Sande, vulkanische Blöcke und thonige Bänke ähnlich wie an der Südküste.

Ueber den Ursprungsort der vulkanischen Gesteine von S. Miguel lässt sich vorläufig nichts Genaueres angeben.

Der östlich vom Mazaraga gelegene, noch thätige Vulkan Albay oder Mayon hat hell- bis dunkelgraue, compakte bis poröse Doleritlaven geliefert, welche in der feinkörnigen Grundmasse hellgrauen triklinen Feldspath, grünen Augit, etwas Olivin und Magneteisen zeigen. Sie sind z. Th. den Doleriten von Mariveles und also auch denen des Aetna zum Verwechseln ähnlich. Durch grösseren Gehalt an Feldspath wird das Gestein bisweilen heller, ebenso sinkt die Menge des Olivins bisweilen auf ein Minimum. Die Laven des Gipfels sind durch die mächtigen Fumarolen — heisse Wasserdämpfe und Schwefelwasserstoff — stark zersetzt; Gyps findet sich daher dort in reichlicher Menge. Eine Varietät von faseriger bimsteinähnlicher Struktur gemengt mit zersetzten Silikaten analysirte de la Trobe, Rammelsberg Handb. d. Mineralchemie 263. Das untere Ende eines nahe am Gipfel beginnenden Lavastroms, liegt etwa am obersten Viertel des Berges. Es hat sich hier etwas aufgestauet und beim Erkalten in concentrisch schalige Bänke von etwa 1 Fuss Stärke abgesondert. Die Kluftflächen stehen senkrecht auf dem unterliegenden Gestein und gehen, Bogen bildend, allmählich in 20–30° Neigung gegen den Horizont über. Der grobe vulkanische Sand vom Südabhang zeigt nur Bruchstücke von Feldspath, Augit, Olivin, Magneteisen, keine rundum ausgebildeten Krystalle; daneben finden sich kleine Schlackenstücke und in geringer Menge Scherbchen braunen vulkanischen Glases. Am Südfuss des Vulkans bei Camalig treten durch Schwefelwasserstoff gebleichte und mit Gyps erfüllte Gesteine auf.