Im Estado geogr. Manila 1865 S. 150 wird ohne Quellenangabe die Höhe = 7030′ 7″ gesetzt. An derselben Stelle heisst es: »der grosse Vulkan ist seit 1730 erloschen, in welchem Jahre sein letzter Ausbruch stattfand; er barst an der Südseite, stiess Ströme von Wasser und brennender Lava aus und Steine von ungeheurer Grösse, deren Spuren bis zum Dorf Sariaya zu verfolgen sind. Der Krater mag gegen eine Legua im Umfang haben, ist im Norden höher, hat im Innern die Form einer Eischale; diese Vertiefung scheint die Hälfte der Berghöhe zu betragen.« [↑]
ACHTES KAPITEL
SEEREISE NACH ALBAY. — MARIVELES. — SCHIFFFAHRT ZWISCHEN DEN INSELN. — SAN BERNARDINO STRASSE. — VULKAN BULUSAN. — LEGASPI. — SORSOGON.
Gegen Ende August fuhr ich von Manila nach Albay in einem Schoner, der Abacá gebracht hatte und in Ballast zurückkehrte. Wir liefen bei gutem Wetter aus, aber am folgenden Tage mehrten sich die Anzeichen eines herannahenden Sturmes in sehr bedenklicher Weise, der Kapitän beschloss umzukehren und in dem kleinen sicheren Hafen von Marivéles, einer Lücke im Südrand der Halbinsel Bataán, welche die Bay von Manila westlich begrenzt, Schutz zu suchen. Wir erreichten ihn Nachts zwei Uhr, nachdem wir vierzehn Stunden vor der Einfahrt gekreuzt hatten. Hier mussten wir zwei Wochen vor Anker liegen, während es fast ununterbrochen regnete und draussen stürmte.
Negrito von Mariveles
der Hinterkopf ist geschoren. — Knieband von Wildschweinsborsten.
Ausflüge auf das Land mussten sich daher auf die unmittelbare Umgegend beschränken. Leider erfuhr ich erst in den letzten Tagen, dass in den Bergen eine Niederlassung von Negrito’s bestehe, und erst kurz vor der Abfahrt gelang es mir, einen Mann und eine Frau zu sehen und zu zeichnen. Die Bevölkerung von Mariveles hat keinen guten Ruf. Das Oertchen wird fast nur von Schiffern besucht, die dort bei schlechtem Wetter einlaufen; die müssigen Mannschaften bringen dann die Zeit am Lande mit Trinken und Spielen zu. Auffallend war die Schönheit und weisse Farbe vieler jungen Mädchen, offenbar Mischlingen; wenn sie auch offiziell als Tagalinnen gelten. Dieselbe Erscheinung nimmt man in vielen Häfen und in der Umgebung von Manila wahr; in Gegenden, die fast nicht von Spaniern besucht werden, ist die Bevölkerung dunkler und von reinerer Rasse.