[2] [Der Cacaoverbrauch in Europa beträgt jährlich 36 bis 40 Millionen Pfd. (Humboldt schätzte ihn 1818 auf 23 Millionen Pfund—H. und Bonpl Reise III., 206), wovon ⅓ für Frankreich, dessen Bedarf sich von 1853 (6,215,000 Pfd.) bis 1866 (12,973,534 Pfd., Werth 2,681,000 Thaler) mehr als verdoppelt hat. Venezuela liefert den feinsten Cacao für den europäischen Markt: Porto Cabello und Carácas; am besten und theuersten ist der Carácas in 4 Sorten: 1° Chuao, 2° Ghoroni, 3° O’Cumar, 4° Rio chico; sie werden auf vorzüglich gepflegten Pflanzungen von lange dort angesiedelten Basken gewonnen.
England verbraucht den in seinen eigenen Kolonien erzeugten Cacao, obgleich der Zoll (1 d. per Pfund) für alle gleich ist; Spanien, das bedeutend konsumirt, bezieht seinen Bedarf besonders aus Cuba, Portorico, auch Ecuadór, Mexico, Trinidad. Sehr beträchtliche neue Pflanzungen sind neuerdings in Nicaragua von Franzosen angelegt worden: 250,000 Bäume von denen 60,000 1867 schon trugen. (Rapp. du Jury XI, 268.)
Mehr noch als die feinsten Venezuéla-Sorten sind die Bohnen von Soconusco (Zentr.-Amer.) und Esmeraldas (Ecuadór) geschätzt; sie werden aber im Lande selbst verbraucht, kommen kaum in den Handel. Deutschland begnügt sich mit geringeren Sorten; Guayaquíl, der im Mittel etwa halb soviel als Carácas kostet, wird bei uns am meisten, mehr als von allen übrigen Sorten zusammen, eingeführt. (Vergl. A. Mitscherlich S. 39–46, wo reiches Material über den Cacaohandel in übersichtlicher Kürze zusammengestellt ist.) [↑]
[3] [Nach C. Scherzer, Central-Amerika p. 554 giebt der Baum 20 Jahre lang je 30 bis 40 Loth Ertrag; 1000 Pflanzen 1250 Pfund Cacao = 250 Doll. (zu 20 Doll. der Zentner) also 1 Baum ¼ Doll. — Mitscherlich nimmt 4 bis 6 Pfd. frische Bohnen als den mittleren Ertrag an. Ein Liter Cacaobohnen wiegt lufttrocken 630 Gr., geröstet und geschält 610 Gr. (Jordan und Timäus). [↑]
[4] 1727 zerstörte ein Orkan die durch langjährige Bemühungen geschaffenen bedeutenden Cacaopflanzungen von Martinique mit einem Schlage; dasselbe geschah auf Trinidad. Mitscherlich S. 14. [↑]
[5] F. Engel (Unsere Zeit 1. Dez. 67) nennt auch eine Krankheit (Mancha), welche in Amerika an der Wurzelbasis mit Zerstörung der Cambiumschicht beginnend, den Baum schnell tödtet und sich so rasch verbreitet, dass ganze Cacaowälder niedergehauen und in Weideplätze für das Vieh verwandelt wurden, um ihr Einhalt zu thun. Selbst in den begünstigsten Gebieten wurden nach langem ruhigen Besitz in einer einzigen Nacht kurz vor der Ernte, tausende von Bäumen durch diese Krankheit getödtet. Ein fast ebenso gefährlicher, den Anbau einschränkender Feind ist eine Motte, deren Larve die fertigen Cacaobohnen gänzlich zerstört; man kennt nur ein Mittel sie zu tödten, Kälte und Luftzug. Schon Humboldt führt an, dass Cacaobohnen, die über den kalten Kamm der Cordilleren geführt wurden, auf immer von dieser Plage frei blieben. [↑]
[6] G. Bernoulli (Uebersicht der bis jetzt bekannten Arten von Theobroma. Zürich 1869) führt im Ganzen 18 Arten an; für die Philippinen nur eine: Theobroma Cacao, Lin., nach Blüthen und Früchten aus meinem Garten in Darága bestimmt. [↑]
[7] Pili, ein Canarium, dessen Species wohl noch nicht genügend feststeht, ist in Süd-Luzon, Samar und Leyte sehr verbreitet, es fehlt dort wohl in keinem Dorfe. (Die vom Verfasser eingesandten Blüthen sind im Berliner Herbar bei dessen vielen Wanderungen von einem Ort zum andern aus massig geräumigen in immer engere Lokalitäten verlegt worden.)