[17] Kaffeeeinfuhr in S. Francisco 1865, 66, 67 = 3½, 8, 10 Million Pfd., davon 2, 4, 5 Million Pfd. Manila-Kaffee. 1868 soll England die grösste Menge Kaffee eingeführt haben. [↑]
[19] Kaffee ist ein so vorzüglichstes Getränk und wird so selten gut bereitet, dass folgende von Sachverständigen gegebene Winke [Rappt. du Jury] gewiss nicht unwillkommen sein werden: 1) Wahl guter Sorten, 2) Mischung derselben im besten, durch Erfahrung festgestellten Verhältniss, 3) Vollständiges Austrocknen der Bohnen, da sonst der während des Brennens aus ihnen entwickelte Wasserdampf einen Theil des Aromas mit fortreisst, 4) Brennen in heisser Luft, wobei der Hitzegrad genau bemessen werden kann. Jede Sorte muss für sich gebrannt werden, 5) schnelles Abkühlen der Bohnen. Wer seinen Kaffee aus einer allen diesen Bedingungen entsprechenden Quelle beziehn kann, thut wohl am besten, die gebrannten Bohnen in Tagesrationen zu kaufen. Mit Ausnahme der 4ten sind aber die obigen Vorschriften in jeder Haushaltung zu erfüllen, und die kleinen in Berlin käuflichen Brennapparate, die ohne Unbequemlichkeit, sehr geringe Mengen über der Spiritusflamme zu rösten und dabei zu überwachen gestatten, bieten einigen Ersatz. Der Vorschrift 3. genügt man am besten, wenn man den Kaffee vor dem Gebrauch mehrere Jahre lang an einem trocknen Orte aufbewahrt. [↑]
[20] Lygodium circinatum (?) Swartz, nicht ein kletternder, sondern ein wirklich rankender Farn, wohl die einzige Gattung in der Familie. [↑]
ELFTES KAPITEL
REISE NACH BULUSAN UND SORSOGON. — STRASSENBAU. — SEERÄUBER.
Während ich in Darága das Zimmer hüten musste, blieb das Wetter fast ununterbrochen schön und leider waren dies die letzten guten Tage, auf die ich rechnen konnte, da der NO. Monsun, der Regenbringer für diesen Theil des Archipels, im Oktober einzusetzen pflegt. Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit machte ich noch einen Versuch den Bulusán zu besteigen. Man fährt im Boot nach Bácon, im Busen von Albáy (7 Leguas östl.), reitet von dort auf guter Strasse nach Gúbat (3 Leguas) an der Ostküste, dann den Strand entlang, genau S. bis Bulusán, und, wenn man will, bis Matnóg, dem letzten Dorf an der Südost-Spitze Luzons. Ein alter erfahrener Indier hatte Boot und Mannschaft besorgt und zehn Uhr Abends als die günstigste Zeit für die Abfahrt bestimmt. Als wir aber eben abstossen wollten, rief er uns zu, es seien vier Seeräuberboote in der Bay gesehn worden. Im Nu war meine Mannschaft verschwunden, ich blieb allein im Dunkeln. Erst nach vier Stunden gelang es mir, mit Hülfe eines Spaniers, sie wieder herbei zu holen und zur Abfahrt zu bewegen. Um 9 Uhr erreichten wir Bácon, von wo der Weg durch flache Gegend über S. Róque SW. in einem spitzen Winkel nach Gúbat führt, zu beiden Seiten Reisfelder mit einzelnen Hütten unter Kokos- und Arecapalmen. Zehn Minuten von Bácon stehn drei prachtvolle Feigenbäume, die schönsten die ich in den Philippinen gesehn, einer der Arten angehörend, die sich aus zahllosen in einander geschlungenen und zusammengewachsenen Luftwurzeln, Stämme von riesenhaftem Umfange und phantastischer Gliederung aufbauen. Sie waren bedeckt mit ächten und unächten Parasiten, darunter eine grosse Zahl blühender Orchideen. Der Boden besteht aus trachytischem Gerölle. SW. von S. Roque gabelt sich die Strasse, ein Arm führt S. nach Sorsogon, das wohlgeschützt in der NO. Ecke einer tiefen Bucht liegt, der andre O. zu S. nach Gúbat. Hinter S. Róque bemerkt man viele Abacápflanzungen in Waldlichtungen. Der letzte Theil des Weges ist schlecht und führt über schlüpfrige Thonrücken (verwitterten Trachyt) mit Gypskrystallen. Von Gúbat läuft die Strasse längs des Strandes. An vielen Stellen stehn kleine verfallene oder verfallende viereckige Thürme aus Korallenblöcken, von den Jesuiten zum Schutz gegen die Moros aufgeführt. Moren werden hier die Seeräuber genannt, weil sie, wie die ehemaligen Mauren in Spanien, Mohamedaner sind. Sie kommen aus der Solosee, von Mindanao und der Nord-Westküste von Borneo. Die Seeräuberei stand zur Zeit meiner Reise noch in voller Blüthe. Erst Tags vorher hatten Piraten einige Leute fortgeschleppt, die nicht weit von Gúbat mit Aufstellen einer Fischreuse beschäftigt waren. Dem Strande parallel und in geringer Entfernung läuft ein Korallenriff, das im SW. Monsun bei Ebbe stellenweis entblöst wird; zur Zeit aber staute der NO. Wind die Wogen des stillen Ozeans so hoch an der Küste auf, dass es nicht sichtbar wurde; es liefert den einen Bestandtheil des Bodens, der zur Hälfte aus Kalk, und aus vulkanischem Sand besteht. Die Stürme hatten nebst vielen andern Resten von Seethieren, auch eine grosse Anzahl Schwämme ans Land geworfen, unter denen eine unserem Badeschwamme des Mittelmeeres (Spongia officinalis L.) durchaus ähnliche Art und wohl derselben Gattung angehörend. Sie fühlen sich eben so weich an, sind dunkelbraun, über faustgross, halbkugelförmig, nehmen mit derselben Leichtigkeit Wasser an und würden vielleicht einen Handelsartikel bilden können. Proben davon befinden sich im Berliner zoologischen Museum. Dem Strande zunächst wachsen verkümmerte Pandanus, weiter landeinwärts Casuarinen; daran schliesst sich hoher Laubwald, mit Abacápflanzungen in den häufigen Lichtungen. Die Strasse ist recht gut; über viele der Flussmündungen führen überdachte, hölzerne Brücken aus Molave, alle noch wohl erhalten. Von den steinernen Brücken aber sind die Bogen fast ausnahmslos eingestürzt. Man setzt in einem Nachen über, das Pferd folgt schwimmend. Ein paar tausend Fuss vor Bulusán kommt man durch eine, mehrere hundert Fuss tiefe Schlucht aus weissem Bimsteintuff.