Ackergeräth der Bicolindier.
Fig. 1 und 2 Soród: a, tampong aus Bambus 0m52; b, badas von Caryota 0m68; c, papan aus dem sehr harten Holze des Camagon, einer Ebenacee 0m73 lang, 0m12 dick; d, tagiak, aus knorrigen Aesten, zum Anspannen des Büffels; e, nipon (Zahn) aus Caryota 0m31; f, Bänder von Stuhlrohr.
Fig. 3 und 4 Azadón.
Fig. 5 und 6 Kag-kag (ganz von Bambus) Länge der Zähne 0m16.
Reismesser.
NB. Der Reishalm ist aus Versehn zu gross dargestellt, ist nicht dicker als ein Strohhalm.
Die Aussaat des Reises in Beeten beginnt in Süd-Camarínes im Juni oder Juli, je nach dem Eintritt der Regenzeit; in künstlich berieselten Feldern früher, weil die Frucht dann zu einer Zeit reift, wo ihr Vorrath im Lande gering, ihr Preis hoch ist. Obgleich Rieselfelder sehr wohl zwei Ernten jährlich liefern könnten, so werden sie doch nur einmal bestellt. Im August wird umgepflanzt mit handbreiten Zwischenräumen zwischen den Linien und den einzelnen Pflanzen, vier Monate später ist der Reis reif. Die Felder werden nie gedüngt und nur selten gepflügt, gewöhnlich lässt man durch einige Dutzend Büffel das Unkraut und die Stoppeln in den schon durchweichten Boden eintreten, der dann nur noch mit einer stachlichten Walze gerollt, oder mit dem Sorod gelockert wird. Ausser den genannten Ackergeräthschaften, sind noch die spanische Hacke (Azadón) und ein Rechen von Bambus (Kag-kag) in Gebrauch. Bei der Ernte geht es eigenthümlich zu. Der Reis, welcher zuerst reift, wird für 10% geschnitten, d. h. der Arbeiter empfängt für seine Mühe das 10te Bündel vom Eigenthümer. Um diese Zeit ist der Reis sehr knapp, oft ist Noth vorhanden und Arbeitskraft billig; je mehr Felder aber in Reife kommen, um so theurer wird der Schnitterlohn, er steigt auf 20, 30, 40 selbst 50%, ja die Behörden halten es zuweilen für nöthig, die Leute durch Körper- und Gefängnissstrafe zum Ernten zu zwingen, damit nicht ein grosser Theil auf dem Halm verfaule. Dennoch geht in sehr fruchtbaren Jahren immer ein Theil der Ernte verloren. Man schneidet den Reis Halm für Halm (wie in Java), mit einem eigentümlich geformten Messer, oder in Ermangelung eines solchen, mit der scharfrandigen Klappe einer in den Gräben der Reisfelder lebenden Muschel[2]; man braucht sich nur zu bücken, um sie aufzunehmen.
Ein Quiñon bestes Reisland gilt 60–100 Dollars (8 bis 13 Thaler per Morgen). Am theuersten sind Rieselfelder auf Anhöhen, die nicht wie die Felder in der Ebene verheerenden Ueberschwemmungen ausgesetzt sind, und so bewirtschaftet werden können, dass ihre Frucht zur Zeit der höchsten Preise reift.