Der Apparat besteht aus 15 Flaggen: 10 für die Zahlen bis 9, 5 Indexflaggen; und dem Signalbuch. Dieses zerfällt in 6 Abtheilungen und enthält 1. Liste der englischen Kriegsschiffe; 2. Liste der übrigen Kriegsschiffe; 3. Liste der Kauffartheischiffe aller Nationen; 4. Leuchtthürme, Häfen, Vorgebirge, Klippen u. s. w.; 5. Auswahl von gebräuchlichen Sätzen und Gesprächen; 6. Wörterbuch. Fünf Abtheilungen werden durch die betreffenden fünf Indexflaggen, die sechste durch das Fehlen einer solchen bezeichnet. Der Inhalt jeder Abtheilung ist alphabetisch geordnet; jeder einzelne Posten hat eine Zahl, deren Reihenfolge jener alphabetischen Anordnung entspricht. Zahlen, in denen eine Ziffer doppelt vorkommt, werden in diesen Reihen übersprungen, weil man sonst 20 statt 10 Zahlenflaggen haben müsste; doch hat man Mittel für besondere Fälle jede Zahl auszudrücken.

In den ersten 4 Abtheilungen bleibt die alphabetische Reihenfolge in allen Sprachen dieselbe; aber nicht in Abtheilung 5 und 6. Daher sind bei Uebertragung in fremde Sprachen in diesen beiden Abtheilungen die Sätze einmal dem englischen Signalbuch entsprechend numerisch, und einmal alphabetisch nach der fremden Sprache geordnet; will man sprechen, so benutzt man diese, empfängt man eine Antwort, so benutzt man jene Anordnung. Am interessantesten und wichtigsten ist Abtheilung 5. Sie enthält Kompass-Richtungen, Signale, deren sich Lootsen und Lloyd's-Agenten bedienen, um Schiffen, die in Noth sind, Befehle zu geben, Gespräche zum allgemeinen Gebrauch, desgl. für Schiffe, die sich auf See begegnen, Convoi- und Eskort-Signale u. s. w. Dies ist wohl das Wesentliche dieser Universalsprache.

[3] Einige Male bei sehr hoher See versuchte ich mit dem Kapitän die Höhe der Wellen zu schätzen. Wir wussten, dass sie immer höher erscheinen als sie sind und nahmen darauf Rücksicht; dennoch glaubten wir einmal ihre Höhe nicht unter 22 bis 24' annehmen zu dürfen. Als wir aber nachmassen, so weit dies überhaupt möglich ist, fanden wir nur 18'. Die Art, die Höhe zu bestimmen, ist in Raper's Navig. 5th. edit. pag. 179 angegeben, wo auch mehrere von berühmten Seefahrern gemessene Wellenhöhen angeführt sind; die grösste ist die von Sir Jas. C. Ross im Nordatlantischen Ozean beobachtete von 36 Fuss.

[4] Die Geschwindigkeit des Schiffes wird durch das Log bestimmt, die Richtung durch den Kompass. Aus dem Abgangsort, der Richtung und der Geschwindigkeit ergiebt sich unter Berücksichtigung verschiedener Korrektionen der Ort des Schiffs. Das Log besteht aus einem beschwerten Brettchen an einer Leine mit Knoten. Es wird gewöhnlich alle 2 Stunden ausgeworfen und bleibt auf dem Wasser liegen, während die Leine durch die Fortbewegung des Schiffes von einer Haspel abrollt. Sobald der Nullpunkt der Leine, ein bunter Lappen, das Wasser berührt, wird eine kleine Sanduhr umgedreht; ist sie abgelaufen, so zieht man die Logleine ein und zählt die abgelaufenen Knoten. Die Länge zwischen 2 Knoten verhält sich zur Länge einer Meile, wie die Zeit, in welcher die Sanduhr abläuft zu einer Stunde. Setzt man die Seemeile = 6080', und die Sanduhr = 30 Sek., so hat man: Länge eines Knoten: 6080 = 30:3600 = 502/3' und so viel Meilen in der Stunde, als Knoten in 30 Sekunden. Obige Methode, den Ort eines Schiffes zu bestimmen, heisst Gissung (Dead Reckoning), sie ist aus vielen Gründen sehr unvollkommen, weshalb zur Berichtigung auch astronomische Ortsbestimmungen gemacht werden müssen. Zu dem Zwecke wird die geographische Breite jeden Mittag durch eine sehr leichte Beobachtung der Sonnenhöhe und einfache Rechnung gefunden. Längenbestimmungen aber sind besonders zur See so schwierig und unsicher, dass sie von Handelsschiffen fast nie angestellt werden; diese schliessen auf die Länge aus der Differenz zwischen der Zeit des Chronometers und der Ortszeit, die auf jedem ordentlichen Schiff einmal täglich durch Beobachtung gefunden wird; so dass also die annähernde Richtigkeit der Länge ganz von der Zuverlässigkeit des Chronometers abhängt. Kriegsschiffe, die immer mehrere gute Chronometer mitführen und Mittel zu genaueren Beobachtungen haben, pflegen unaufgefordert Länge und Breite auf eine Tafel zu schreiben und sie vorüber segelnden Schiffen entgegenzuhalten, damit diese ihre eigene Rechnung prüfen und berichtigen können.

[5] Der Südwest-Monsun fängt hier gewöhnlich Mitte oder Ende April an und dauert bis Mitte Oktober. Am beständigsten ist er im Juni, Juli, August. Der Nordost-Monsun beginnt im nördlichen Theil der Chinasee Ende September oder Anfang Oktober, aber im südlichen Theil dieser See wird er selten vor November beständig. Den grössten Theil des Oktobers herrschen leichte wechselnde Winde. Am kräftigsten und anhaltendsten ist er im Dezember und Januar.

[6] Vielleicht auch nur mit gelbem Ocker. Gelb ist die festliche, die Gallafarbe in ganz Ost-Asien. Javanische Brautleute reiben sich den Körper mit gelbem Turmerikpulver ein, die Leibgarde des Javanischen Kaisers aus Billigkeitsrücksichten mit gelbem Ocker. In China darf ausser der kaiserlichen Familie kein Mensch in seiner Wohnung oder in seiner Kleidung Gelb gebrauchen oder auf gelbes Papier schreiben. Die kleinen Prinzessinnen von Siam wurden, bevor sie sich von mir photographiren liessen, mit Turmerik eingerieben, das ebenso wie der Reispuder der Pariserinnen, den Teint verschönert und die Haut erfrischt. Es ist auch ein guter Schutz gegen Hitzpickel. Die Hauptverwendung findet der Turmerik (Curcuma sp. div.) in der Küche zu Kurries; in Europa dient er bekanntlich in der Färberei zur Herstellung einer ebenso schönen, als flüchtigen Farbe und zur Bereitung von Reagenzpapier.

[7] Die Punka findet man nur in den englischen Kolonien, wo sie als sehr zuträglich für die Gesundheit gilt. Die Holländer auf Java fürchten den angenehmen Luftzug und behaupten, nur John Bull's dicker Schädel könne ihn vertragen. Dagegen sitzen die Holländer, Männer wie Frauen, unbedeckten Hauptes im Freien und geniessen die kühle Abendluft, die in Singapore so gefürchtet wird, dass man selbst nicht gern mit blossem Kopf auf den Balkon hinaustritt. So hat jedes Land seinen Aberglauben.

[8] Der englische General-Konsul in Rotterdam sagt in seinem Bericht über den Handel von Niederländisch-Indien von 1861 in Bezug auf die Gewürze Muskat und Nelken: „Die jährliche Auktion der Handels-Gesellschaft ergab niedrigere Preise, als je erhört waren. Dies Ergebniss war ein neuer Beweis, dass das jährlich produzirte Quantum in gar keinem Verhältniss steht zur stetig abnehmenden Nachfrage ... Während der letzten 10 Jahre sind die Preise stetig gefallen.”

[9] Kohl führt etwas ganz Aehnliches aus Ungarn an: „Der sehr reiche Palast des Fürsten S. in Zinkendorf wird nie verschlossen, trotz des bedeutenden Silberschatzes. Wie dies mit der sonst so allgemeinen Unsicherheit und den dagegen angewandten Vorsichtsmaasregeln zu vereinigen sei, weiss ich nicht.”

[10] Diese interessante Pflanze ist über ganz Indien so verbreitet, dass ihre Abstammung aus Amerika erst in neuerer Zeit festgestellt worden ist. Ueber ihre oben angeführten auffallenden Eigenschaften finden sich interessante Thatsachen in: Browne's Nat. hist. of Jamaica p. 360, der zuerst darauf aufmerksam gemacht zu haben scheint; Heber's useful plants of India 113, der Wight's Illustrations of ind. bot. II 36 und Dr. Holder in Memoirs of the Wernerian soc. III citirt; Hooker's bot. Mag. 2898. — Humboldt hat im Thale von Aragua bestätigende Untersuchungen angestellt; sonderbarer Weise ist aber gerade in Venezuela, wie mir Prof. Karsten mittheilt, von den erwähnten Eigenschaften der Pflanze nichts bekannt, während in Barbados und Jamaica nach obigen Angaben ebenso wie in Singapore diese Eigenschaften so allgemein gekannt sind, dass sie häufig für wirthschaftliche Zwecke benutzt werden.