Die von Vauquelin analysirten Proben (Hooker's bot. Mag.) stammten aus Ile de France, die eine war zum Behuf des Transports nach Europa durch Abdampfen eingetrocknet, die andere mit einer gleichen Menge Rum vermischt worden. „Die Aehnlichkeit des Papaya-Safts mit thierischen Substanzen ist so gross, dass man einen Betrug vermuthen möchte.” Vauq.

Physiologen, welche die auffallenden Wirkungen auf die Muskelfaser näher untersuchen wollen, würden wohl am besten thun, sich genügende Mengen des frischen Saftes in hermetisch verschlossenen Flaschen oder Büchsen, nach Appert's Methode konservirt, kommen zu lassen; die beste Bezugsquelle dürften die westindischen Inseln sein, wo man in der Kunst des Konservirens durch das geschäftsmässig betriebene Einmachen der Ananas wohl geübt, und die Pflanze allgemein verbreitet ist. — Diese befindet sich übrigens auch in allen botanischen Gärten, aber gewöhnlich nur in verkümmerten Exemplaren.

[11] Besonders aber in neu entdeckten Goldländern, wo unzubereitete Nahrungsmittel, weil sie voluminöser sind, durch die sehr hohen Transportkosten, die oft 1 Dollar per ℔ betragen, viel theurer werden als fertig bereitete, und wo es überdies an Händen und Einrichtungen zur Zubereitung mangelt. Wenn die Goldgräber keine andre Spuren zurückliessen, so könnte man ihre Stationen an den umherliegenden leeren Blechbüchsen erkennen.

[12] In New harbour sind immer grosse Niederlagen von englischer, australischer und Borneo-Kohle. Die Kohlen von Australien und Borneo können bei den jetzigen Heizeinrichtungen nur mit englischer gemischt, verbrannt werden. Die Preise sind gegenwärtig (1864): englische 8 bis 9 Dollars, Borneo 5 bis 6, australische 4 bis 5 Dollars per Ton von 20 Ctr. engl, oder ungefähr 2000 Zollpfund. — In Berlin kostet die Last = 18 Tonnen = 72 Scheffel = ca. 6000 Pfd. 15 bis 20 Thaler, also ca. 5 bis 7 Thaler per engl. Ton.

[13] Diese Laternen bestehen aus einem mit sehr feinem festem Papiere überzogenen, melonenförmigen Gerüst von sehr feinen Bambussplitten. Das Papier ist mit durchsichtiger Gallerte getränkt, einem Absud der Alge Agar-agar (Plocaria tenax und P. candida), die auf allen felsigen Küsten des Archipels wächst und in grosser Menge von den klugen Chinesen importirt wird, während sie in Europa so gut wie unbekannt ist. Sie vertritt in mancher Hinsicht die Stelle der Hausenblase und des Dextrins, giebt ein schmackhaftes Gelee und vorzügliche Appretur für Seidenzeuge und kostet in Singapore selten mehr als 1 Dollar per Pikul. — Schon 1859 importirte Shanghai allein 150000 Pikul. Die im atlantischen Ozean sehr häufige verwandte Gattung Chondros liefert das offizinelle Karagen.

[14] Der Reis, Oriza, vom arabischen eruz, ist das Hauptnahrungsmittel aller zivilisirten Völker Ostasiens. Die weniger vorgeschrittenen müssen sich mit einer leichter zu erlangenden, wenn auch noch stickstoffärmeren Kost (Sago u. s. w.) begnügen. Man hat berechnet, dass der Reis das Hauptnahrungsmittel der Hälfte des Menschengeschlechtes sei. In Asien ist er seit den ältesten Zeiten bekannt; die Araber brachten ihn nach Spanien und Italien, wo er noch jetzt mit Erfolg gebaut wird. In Amerika wurde er erst Ende des 17ten oder Anfangs des 18ten Jahrhunderts zufällig eingeführt, fand aber in den südlichen Staaten der Union Klima und Boden so günstig, dass der Reis von Carolina bald für den besten von allen Sorten galt. Die dort übliche Art des Reisbaues weicht von der indischen besonders darin ab, dass man die Felder abwechselnd trocken und überschwemmt hält. Die dadurch erzeugten Miasmen sind so lebensgefährlich, dass die zur Arbeit in den Reisfeldern verwendeten Sklaven sehr schnell erlagen und durch frische ersetzt werden mussten. Singapore baut gar keinen Reis, da es aber im Mittelpunkt der Reis erzeugenden und Reis verzehrenden Länder liegt, so ist es ein Stapelplatz für diesen wichtigen Handelsartikel geworden, der hier häufig billiger als in den Produktionsländern ist.

Dass von einer so lange kultivirten, so weit verbreiteten Nutzpflanze viele Abarten entstanden sein müssen, lässt sich erwarten. In einer öffentlichen Sammlung in Manila waren 60 angeblich verschiedene, in den Philippinen gebaute, Abarten ausgestellt; fast ebensoviel rechnet man in Java. Nach Porter lassen sich aber alle auf 4 Arten zurückführen, die vielleicht selbst nur Varietäten einer Art sind: O. sativa und praecox, beide Sumpfreis; letzterer reift 2 Monate früher als ersterer, 4 Monate nach dem Umpflanzen, steht ihm aber an Güte und Ertrag nach. O. montana, Bergreis, der trocken wächst, oft in beträchtlicher Meereshöhe und in höheren Breiten, und viel mehr Kälte vertragen kann als der Sumpfreis, weshalb man mehrere mal versucht hat, ihn in England einzuführen, bisher aber ohne Erfolg, da er zwar reichlich Blätter, aber keine Körner giebt; Porter führt zwar einen einzelnen Fall an, wo man bei Windsor reife Aehren erhielt. Endlich O. glutinosa, Kleber-Reis, der nass und trocken wächst, aber wenig gebaut zu werden scheint. Er wird namentlich zu verschiedenen Gebäcken (kweh) verwendet.

[15] St. John, Far East II 254 meint, dass die Eingebornen von Bruni durchaus keinen Geruchssinn haben, weil sie faules Fleisch, faule Eier und faule Fische essen. Die Bewohner von Luzon haben aber einen so sehr ausgebildeten Geruchssinn, dass sie z. B. in einer grösseren Gesellschaft durch das Beriechen der Taschentücher die Eigenthümer derselben zu erkennen vermögen und dennoch essen sie gern faules Fleisch u. s. w.; wahrscheinlich, weil es ihnen gut schmeckt, so wie viele Europäer stinkenden Käse und stinkendes Wild essen. Der Begriff des Gestanks ist relativ: bei einem feinen Diner in Singapore wurde mir die Butter ganz besonders angepriesen, „weil sie einen sehr starken Fassgeschmack hatte.”

[16] Auch dies hat sich bereits geändert, wenigstens in China. Aus dem Bericht des britischen Konsuls Robertson, Canton 1864, ergiebt sich, dass nicht nur die Küstenschifffahrt und der Einfuhrhandel immer mehr in die Hände der Chinesen übergehen, sondern dass auch der Ausfuhrhandel dieselbe Bahn einschlägt. Bereits haben chinesische Firmen aus Fu-tschau und andern Orten bedeutende Theesendungen direkt nach England gemacht, und sogar im vorigen Jahr (1863), während alle andren Firmen auf den europäischen Märkten bedeutende Verluste erlitten, Gewinne erzielt, weil sie mit viel grösserem Vortheil einkaufen und verkaufen können, ihr Geschäft mit geringeren Unkosten betreiben, mit mässigerem Gewinn vorlieb nehmen, und für eigene Rechnung statt für Rechnung ihrer Kommittenten handeln. „Wenn sie sich auf dieser neuen Bahn erst sicher fühlen, und Bankkredite erhalten, so wird es für Europäer hoffnungslos sein, gegen sie zu konkurriren.”

[17] So nennt man einen harten Kalkmergel mit Eiseninfiltrationen, die auf der helleren Grundmasse allerlei Figuren von Burgen, Ruinen u. s. w. darstellen.