„Ich danke dir, Hedda,“ erwiderte er. „Du verjüngst mich. Ja – ich fühle es: es sprießt Neues und Gutes in mir! Mein Wort darauf: der törichte Selbstmordgedanke ist vergessen. Ich wandre aus, um Arbeit zu lernen. Ich hab’ es eilig, denn du sollst bald von mir hören. Ich rufe dich oder hole dich selbst!“

„Ich warte auf dich,“ sagte sie mit leuchtenden Augen.

„So lebe wohl!“

Er preßte noch einmal ihre Hände an seine Lippen.

„Lebe wohl und behüte dich Gott!“

Er saß schon zu Pferde und sprengte davon, ohne sich umzuschauen. Sie aber blieb aufrecht stehen, bis sie im Gründunkel des Waldes seine Gestalt verschwinden sah. Und dann sank sie in die Kniee und sprach laut mit ihrem Gott, denn nur er konnte sie hier hören und seine Schöpfung – der schluchzende See und die Bäume am Ufer.


Es war in der dritten Nachmittagstunde, als ein kleines Gefährt, ein offener Korbwagen, in den Schloßhof von Döbbernitz rasselte. Bertold Möller hatte selbst das Pferd gelenkt, sprang jetzt zur Erde und rief der erstaunt aus der Häckselkammer tretenden Jule zu: „Ist der Herr Baron zu sprechen?“

„Ja, er ist oben,“ entgegnete Jule und wies hinauf nach den Fenstern.

Bertold kannte hier Weg und Steg. Er gehörte seit Jahren zu den Geldvermittlern Zernins, aber er wie sein Schwiegervater, der Getreidehändler Ring, hatte sein Schäfchen längst ins Trockene gebracht.