Er fand Klaus vor einem großen Koffer knieend.
„Teufel – wo kommen Sie denn her, Möller?“ rief Zernin und stand auf.
„Von der Subhastation,“ erzählte Bertold, „direkt vom Termin. Wissen Sie, wer Döbbernitz gekauft hat, Herr Baron? Und wissen Sie für wieviel? Und wissen Sie, daß so etwas noch gar nicht dagewesen ist! Und wissen Sie –“
„Donnerwetter, so reden Sie doch vernünftig!“ fiel Klaus grob ein.
Bertold erstattete Bericht. Herr Legationssekretär von Hellstjern war Besitzer von Döbbernitz geworden, Neffe des Alten vom Baronshof, ein schwer reicher Herr, ein Millionär. Bertold wußte das ganz genau. Und 460000 Mark kostete ihn das Vergnügen. 422000 Mark betrug der Hypothekenstand von Döbbernitz; verblieb für Herrn von Zernin noch ein Reingewinn von 38000 Mark. Auch darüber wußte der brave Bertold genau Bescheid.
„Ich wollte der erste sein, der Ihnen dies meldete, Herr Baron,“ fuhr er fort. „Aus reiner Freundschaft. Ich wollte Sie vorbereiten. Ich weiß ja, es sind noch immer eine Masse Gläubiger da, die bloß darauf lauern, daß Sie wieder einmal zu Gelde kommen –“
Er schwieg, denn ihn erschreckte der Ausdruck im Gesicht des vor ihm Stehenden.
Klaus war blaß geworden und sein Auge starr. Es schwirrte durch sein Hirn, es bohrte sich nadelspitz in seine Schläfen ein, es klopfte und hämmerte in seinen Ohren. Er antwortete nicht, sondern trat an das Fenster und starrte hinaus. 38000 Mark! Die Summe flimmerte, mit großen Ziffern geschrieben, vor ihm in der sonnenhellen Luft.... Wenn er sie erhob und mit ihr nach Monte Carlo reiste, dort sein Glück zu versuchen ...
Mit rascher Bewegung fuhr er herum.
„Haben Sie Geld im Hause, Möller?“ fragte er.