Bertold begriff ohne weiteres, um was es sich handelte. Er war ja nur hergekommen, um noch letzter Stunde ein paar hundert Taler an Zernin zu verdienen.
„Im Hause nicht – aber in Frankfurt – auf der Bank,“ erwiderte er.
„Ich will Ihnen einen Vorschlag machen, Möller,“ fuhr Klaus fort, dessen Augen voll Erwartung und Hoffnung einen fiebrigen Glanz anzunehmen begannen. „Wir fahren zusammen nach Frankfurt. Dort zediere ich Ihnen notariell meine Forderung an Herrn von Hellstjern – der Mann ist Ihnen doch sicher?“
„Bombensicher,“ sagte Bertold.
„Sie zahlen mir 36000 Mark bar aus und behalten den Rest.“
„Einverstanden, Herr Baron, aber –“ Bertold holte sein dickleibiges Notizbuch hervor, feuchtete seine Fingerspitzen an und begann zu blättern. „Ich habe da nämlich noch einen kleinen Wechsel in die Hände bekommen – Silbermann in Kölpin hatte ihn einmal meinem Schwiegervater in Zahlung gegeben – es handelt sich nur um acht- oder neunhundert Mark –“
„So ziehen Sie die auch ab, zum Donnerwetter!“ rief Klaus ungeduldig. Herrgott, was hatte der Mensch ihn schon betrogen!
Bertold steckte ruhig sein unförmiges Taschenbuch wieder ein.
„Da steh’ ich also zur Verfügung, Herr Baron,“ sagte er. „Um fünf Uhr geht der Zug – ein Bummelzug freilich, aber wir haben ja nichts zu versäumen; Rechtsanwalt Sarnow empfängt uns auch außerhalb seiner Sprechstunden. Dann können Sie noch um elf Uhr nach Berlin weiter – das heißt, wenn Sie überhaupt nach Berlin wollen. Paßt Ihnen mein Wagen? Der Koffer da geht bequem hinauf – wir binden ihn hinten fest – er hat Platz. Das Pferd stell’ ich auf die paar Stunden bei Petersen ein – Sie wissen ja, dem Restaurateur in –“
„Ja, ja!“ rief Klaus. Das Geschwätz Bertolds machte ihn nervös. Er pfropfte noch rasch einen Anzug in den Koffer hinein, wechselte in fliegender Hast seine Toilette und rief aus dem Fenster nach Jule.