Sie nickte nur. Ihr Blick hatte etwas Erloschenes, wie auch in ihrem Herzen alles erloschen war: der ganze Sonnenschein ihrer Jugend.

„Gut,“ sagte sie tonlos, „du erhältst das Geld.“ Und ohne Lebewohl wandte sie sich um und ging.

Er sprang ihr nach. „Hedda,“ keuchte er, „kein Abschiedswort, kein –“

Unter ihrem Flammenblick brach er ab. Ja – jetzt kam wieder Leben in das tote Auge; es sprühte und loderte vor Verachtung und Empörung. Hoch und groß stand sie vor ihm.

„Nein,“ antwortete sie hart. „Kein Abschiedswort! Daß du den großen Namen deines Vaters entehrtest, daß du dein Wappen beflecktest, daß du deine Liebe niedertratst – alles hätte ich dir verzeihen können. Denn meine Liebe ist stärker als deine. Aber für den Schuft, der um feiles Geld sein Vaterland verrät –“

Sie sah, wie er sich duckte, wie ein Hund den die Peitsche trifft. Und da sprach sie nicht weiter. Sie ging.

Hoch und groß ging sie, solange sie fürchtete, daß sein Blick ihr noch folgte. Aber dann, als Eichen und Buchen sie dichter umscharten und der See längst hinten liegen mußte, brach sie zusammen. Geknickt, keuchend und nur mit Mühe schleppte sie sich vorwärts. Und der Herbststurm brauste stärker durch den Wald und rüttelte und schüttelte die Wipfel.


Pastor von Eycken freute sich, als er Hedda bei sich eintreten sah. Aber ihm entging nicht ihr erregtes Wesen, ihr umdüsterter Blick und der bittere Zug in ihrem Gesicht.

„Ich habe eine große Bitte an Sie, Herr Pastor,“ begann Hedda, dankend den Stuhl ablehnend, den er ihr zugeschoben hatte.