„Sie ist schon gewährt, liebes Kind – wenn nämlich ihre Erfüllung in meiner Macht steht.“
„Ich hoffe es. Ich weiß, Sie haben größere Kapitalien liegen, Sie bedürfen ihrer für Ihren Bau. Wollen Sie mir sechstausend Mark leihen? Aber es muß auf der Stelle sein; wenn ich die Summe bei Ihnen nicht erhalte, würde ich auf das Auschloß gehen.“
Eycken war erstaunt zurückgefahren. Das war das einzige, was er nicht erwartet hatte.
„Allerdings,“ erwiderte er, „ich habe das Geld liegen. Und ich gebe es Ihnen auch, aber ich muß Ihnen gestehen –“
Mit flehend erhobenen Händen stürzte sie ihm entgegen und erfaßte seine Arme. Sie lag fast an seiner Brust.
„Kein Aber, lieber, lieber Herr Pastor!“ rief sie, während ihr ganzer Körper bebte und ihr Auge voll Angst und Verzweiflung an seinem Antlitz hing. „Fragen Sie auch nicht, wozu ich die Summe brauche! Ich gebe Ihnen mein Wort – ich schwöre Ihnen, daß ich sie Ihnen in drei, vier Monaten zurückerstatte – vielleicht schon früher –“
Er schloß sie in seine Arme und küßte sie mit väterlicher Zärtlichkeit auf die Stirn.
„Mein liebes Herz – was gilt mir das Geld, und was sind mir diese paar tausend Mark!“ sagte er und strich mit der Rechten liebkosend über ihren Scheitel. „Was mich beunruhigt, ist lediglich die Tatsache, daß Sie es erbitten – und sicher doch nicht für sich selbst –“
Er stockte. Eine Ahnung überkam ihn. Sein Gesicht wurde sehr ernst; er schaute Hedda forschend in die Augen.
„Hedda – ist Klaus wieder zurück?“