„Hast schlecht geschlafen, Hedda – he?“ fragte er.

„Ja, Papa – der Sturm war arg –“

„War arg, hast recht – ich konnte auch keine Ruhe finden. Und heute früh um sechs Uhr ging schon wieder das Hämmern und Pumpen und Schnauben in der Brauerei los. Auf das Wetter scheint der Halunke, der Möller, keine Rücksichten zu nehmen.“

„Der Bau soll noch vor Frostbeginn unter Dach sein. Die Arbeiter haben einen schweren Stand. Die eine Wand hat sich gesenkt; ich glaube, das Fundament ist auf dieser Seite vom Wasser unterspült worden.“

Der Baron lachte höhnisch auf.

„Gute Vorbedeutung – haha! Aber ich habe mir vorgenommen, ich will mich nicht mehr ärgern. Mögen sie bauen, was sie wollen! – Erzähle von gestern, Hedda!“

Hedda schaute starr vor sich hin. Und dann wandte sie sich, wie unter der Eingebung eines raschen Entschlusses, an ihren Vater.

„Ich habe gestern absichtlich nicht mit dir sprechen wollen, Papa,“ sagte sie, mit ihren Fingern in nervösem Spiel ein Stück Brot zerkrümelnd, „weil ich mir noch einige Stunden ruhiger Überlegung gönnen wollte. Aber es muß doch einmal gesagt sein. Axel hat mir bei Gelegenheit meines Besuches in Döbbernitz einen Antrag gemacht.“

Dem Alten fiel der Teelöffel aus der Hand. Aber er ärgerte sich über sein Erstaunen und tat kaltblütig.

„Also doch,“ antwortete er. „Ich sah es eigentlich kommen.“ Dann schaute er Hedda abwartend an, und als sie schwieg, hämmerte er ungeduldig mit der Faust auf den Tisch, daß Tassen und Teller klirrten. „Na und?! Herr des Himmels, so sprich doch! Spann mich nicht auf die Folter! Hast du – hast du ja gesagt?“