„August,“ sagte er, „ich wünsche, daß du heute nicht dein gewöhnliches dummes Gesicht machst. Und weißt du, warum ich dies wünsche?“
„Nein, Herr Baron,“ antwortete August und schüttelte heftig den Kopf.
„Dann hör zu, ich will es dir sagen. Weil heute ein Fest- und Ehrentag für den Baronshof ist. Wisch dir das Maul ab und küsse dem gnädigen Fräulein die Hand, denn das gnädige Fräulein hat sich mit dem Herrn Baron Axel von Hellstjern auf Döbbernitz verlobt.“
„Mit unserm Vetter aus Schweden!?“ jubelte August auf. Und dann rubbelte er sich wirklich mit dem Handrücken den Mund ab und näherte sich Hedda mit feierlichen Schritten, räusperte sich und wollte ihr in wohlgefügten Worten gratulieren, denn es schien ihm passend, sich bei dieser Gelegenheit als Mann von Bildung zu zeigen. Doch Hedda kam ihm zuvor, erhob sich und schüttelte ihm die Hand.
„Schon gut, mein alter August,“ sagte sie, „ich weiß, wie du es meinst, und danke dir von Herzen. Und nun hilf dem Herrn Baron und führe ihn in das Arbeitszimmer, und dann halte dich fertig, einen Brief nach Döbbernitz zu bringen.“
Aber August war das Herz viel zu voll, um sich schweigend verhalten zu können. Während er Hellstern unter dem Arm packte und nach der Arbeitsstube geleitete, begann er zu plaudern.
„Das hab’ ich gewußt, Herr Baron,“ sagte er, „so gewiß vier mal vier sechzehn ist – das hab’ ich gewußt. Ich habe doch meinen Blick! Gleich damals, wie der Herr Vetter das erste Mal hier war, da hat er das gnäd’ge Fräulein immer so angesehen, und da hab’ ich schon mit Gusten drüber gesprochen. Sie können Gusten fragen, Herr Baron.“
„Auch noch,“ brummte Hellstern; „ich werd’ in die Küche gehen.... Knuff mich nicht so in den Arm! Daß du dir nachher ein reines Vorhemdchen umbindest, wenn du nach Döbbernitz fährst!“
„Fährst? Soll ich denn fahren?“
„Ja natürlich. Und du nimmst das gute Geschirr. Und in Döbbernitz wartest du auf Antwort. Es braucht aber noch nicht überall herumerzählt zu werden, das mit der Verlobung.“