„Führen Sie den Herrn hierher,“ befahl er.
„Entschuldigen der Herr Kommerzienrat,“ erwiderte der Diener, „es sind drei Leute –“
„Drei?“ Und Schellheim lachte fröhlich auf. Also gleich drei – man wollte ihm durch eine Phalanx imponieren. „So lassen Sie alle drei herkommen, Friedrich,“ entschied er.
Die Rätin fragte bescheiden, ob es nicht besser sei, wenn sie sich mit den Kindern entferne. Aber ihr Mann verneinte; man wisse ja noch nicht einmal, was die Herren überhaupt wollten.
Das Trio trat an. Voran Albert, dann Bertold und zuletzt Fritz Möller, hintereinander und mit dem Ausdruck des Respekts im Gesicht, von dem ihr Herz in dieser Atmosphäre des Reichtums erfüllt war. Der dicke Fritz hatte sich gleich den andern beiden sonntäglich angekleidet, doch der schwarze Rock paßte nicht recht und schlug an ungehörigen Stellen Falten, und über dem topfförmigen Zylinderhut lag ein rosiger Bronzeton. Der Zylinder gehörte ihm auch nicht, sondern dem Alten, der ihn nur zu Hochzeiten und Kindtaufen trug. Dann bügelte Mutter Möller ihn auf, das heißt sie plättete ihn mit einem heißen Bolzen. Davon hatte er seine anmutige Färbung erhalten.
Albert und Bertold blieben stehen und verbeugten sich. Aber Fritz hatte nicht aufgepaßt und ging weiter, rannte erst gegen Bertold an und machte dann auch sein Kompliment. Bertold war wütend, rückte an seiner Brille und flüsterte, während Albert bereits zu sprechen begann, dem jüngeren Bruder zu:
„Nimm doch den Hut ab, Tolpatsch!“
Nun entblößte auch Fritz den Flachskopf. Er war rot geworden vor Verlegenheit.
„Nehmen Sie es nicht übel, Herr Kommerzienrat,“ sagte Albert inzwischen, „daß wir Sie inkommodieren. Wir möchten Sie um eine Rücksprache bitten. Es handelt sich nämlich um die Quelle ...“
Schellheim hatte sich erhoben und reichte jedem der drei die Hand. Es war sein Bestreben, sich kordial zu zeigen. Die Leute da unten sollten ihn lieben lernen.