„Sind nicht zu Hause, mein Kind,“ sagte er ruhig, nachdem er einen neuen, tiefen Zug aus seiner Pfeife genommen hatte; „August soll’s den Herrschaften melden – damit sela.“
„Nein – nicht sela,“ widersprach Hedda, setzte sich auf den Schreibtischrand und strich ihrem Vater über die Stirn. „Du wirst vernünftig sein, lieber Alter. Es liegt gar kein Grund vor, die kommerzienrätliche Gesellschaft vor den Kopf zu stoßen.“
„Ich kann sie nicht leiden,“ grunzte der Freiherr und zog die Nase kraus.
„Warum nicht? Weil Schellheim dir dein Gut abgekauft hat?“
„Er hat geschachert wie ein Mühlendammer!“
„Das gehört zu seinem Beruf. Er ist nun mal Kaufmann.“
„Hemdenfritze!“
„Ob einer Hemden verkauft oder Rohtabake oder goldene Manschettenknöpfe, ist gleichgültig; jeder ehrliche Erwerb verdient Achtung.“
„Ach, fang mir nur nicht wieder mit Moralpredigten an, Hederle!“ rief der Alte halb ärgerlich, halb lachend. „Was du immer für grüne Weisheit im Schnabel führst! ...“ Er rückte an seinem Stuhl. „Also meinetwegen! Um deinetwillen! Kommt er mit Gattin?“
„Weiß nicht. Aber jedenfalls! Die Dörthe erzählte, es sei Besuch auf dem Auberg. Vielleicht sind die Söhne da.“