Ein neues Grunzen des alten Herrn.
„Wappnen wir uns mit Geduld! Schick mir den August! Muß ich mich erst umkleiden?“
„Ich würde es schicklich finden, wenn der Baron Hellstern seine Gäste in –“
„Im Bratenrock empfangen wollte!“ fiel der Baron ein. „Ich lass’ schon alles über mich ergehen. Gott, diese Umstände!“
Er stöhnte, ächzte und grunzte noch lange. Aber es half ihm nicht viel. Hedda verstand, mit dem Alten umzugehen, und August auch. Der letztere war dreißig Jahre im Hause und dem Baron unentbehrlich geworden. Er stöhnte, ächzte und grunzte genau soviel wie sein Herr und konnte auch ebenso grob werden. Aber er war dabei die beste, treueste und ehrlichste Seele, eines der aussterbenden Exemplare des dienenden Geschlechts.
Auf seinen beiden Krückstöcken humpelte der Baron, von Hedda gestützt, in sein Schlafzimmer. Das war ein merkwürdiger Raum, ein wahrer Tanzsaal, aber fast ohne Möbel. In der Mitte stand ein schmales, eisernes Bettgestell mit einigen Decken. An den Fenstern hingen keine Gardinen; in der Nacht schloß man die Läden von draußen, die herzförmige Öffnungen hatten und die Spuren von Schrotladungen zeigten.
August zog seinem Herrn die Flauschjoppe aus.
„Nicht so reißen, du Esel!“ brummte Hellstern.
„Das Ding ist zu eng,“ gab August unwirsch zurück. „Ich kann nicht davor, daß der Herr Baron immer dicker werden! Das Marienbader hat auch nichts genützt.“
„Weiß ich allein. Halt keine Reden!“