Nun lachte Möller. „Ach so,“ sagte er; „na, ich dächte, bis jetzt wären die beiden noch gar nicht mal so recht versprochen!“
„Dächt’s auch,“ fügte die Mutter hinzu. „Das ist so ’ne Liebelei, wie sie schon vorkommen kann –“
Doch nun fiel Fritz den Eltern in das Wort. Er hatte zuweilen das Herz auf der Zunge.
„Nein, Mutter,“ sagte er; „du weißt recht gut, daß es mir Ernst ist. Ich habe die Dörthe immer haben woll’n. Wir könnten wenigstens regelrechte Verlobung feiern, damit sich das Mädel nicht unnötig necken zu lassen braucht.“
„So ist’s,“ setzte Klempt hinzu. „Von heute zu morgen kann niemand die Hochzeit verlangen, aber eine ordentliche Verlobung muß sein.“
„Wir woll’n mal mit Albert darüber sprechen,“ sagte Möller; „ich weiß nicht, wo der Junge bleibt!“
Klempt hatte sich gleichfalls einen Stuhl an den Schanktisch herangezogen. Er hatte sich nie so recht gut mit den Möllers gestanden, und nach seinem Herzen war eine Heirat zwischen Dörthe und Fritz auch nicht. Aber ihr Lebensglück hing doch nun einmal davon ab, und das machte den sonst so schweigsamen Alten beredt.
„Ihr müßt nicht immer so tun, als paßte die Dörthe nicht in eure Familie,“ hub er von neuem an. „Die Klempts sind gerade so ein guter Bauernschlag. Jawohl, Möller, und du brauchst auch nicht zu glauben, daß ich die Dörthe arm wie ’ne Kirchenmaus in die Ehe gehen lasse. Sie hat ihre gute Ausstattung, und ein paar Taler habe ich mir ja auch sparen können, die sie nach meinem Tode kriegen soll. Die Ersparnisse von Tante Pauline kommen dazu, und schließlich das Gehöft – ist denn das nichts wert? So ’n ordentliches Haus find’st du lange nicht, und wie fest das noch alles steht! Und der Garten und die fünfzehn Morgen Acker und dann vor allem der schöne Wiesengrund, der bis an die Graue Lehne heranreicht, der beste im ganzen Dorfe?! Wir sind doch keine Bettelpackasche, Möller! Ich dränge mich euch nicht auf, aber das Mädel ist doch nun mal so verrückt nach dem Fritz, und –“
Der Tanz hatte wieder begonnen. Fritz erhob sich und legte seine Hand auf die Schulter Klempts.
„Laßt’s gut sein, Vater Klempt,“ meinte er, „die Alten sind schon vernünftig. Wenn Albert zurückkommt, woll’n wir noch mal in der Familie darüber sprechen ...“