„Sehen Sie, nun komme ich wieder in das Vortragende hinein, und ich wollte doch von etwas anderm reden! Was sagen Sie dazu, daß Papa sich an der Quellengeschichte beteiligt hat? Im Mai soll die feierliche Weihe stattfinden.“
Eycken war Feuer und Flamme für die Sache. Er war ein begeisterter Anhänger der Ferienkolonieen, für die er große Summen spendete, und trug sich mit der Absicht, aus eignen Mitteln ein Krankenhaus für bedürftige Kinder in Oberlemmingen zu errichten. Es war merkwürdig, daß gerade dieser Mann, der unverheiratet durch das Leben gegangen, der Kinderwelt eine so heiße Liebe und eine so große Barmherzigkeit entgegentrug. Es war, als erschöpfe sich den Kleinen gegenüber die Güte seines einsamen Herzens.
Er kannte die Bedenken des Freiherrn gegen eine praktische Ausbeutung der Quelle und versuchte Hedda zu beweisen, daß ihr Vater im Unrecht sei. Zumal dadurch, daß der Kommerzienrat das Geschäftliche der Angelegenheit in der Hand halte, sei Gewähr für eine solide Entwicklung des Unternehmens gegeben. Für die Möllers hatte er auch nicht viel übrig.
Hedda und Gunther verabschiedeten sich gemeinsam. Als sie sich vor der Gartentür die Hand reichten, fragte der junge Mann:
„Laufen Sie Schlittschuh, gnädiges Fräulein?“
„Leidenschaftlich gern,“ antwortete Hedda, „und der Döbbernitzer See bietet auch eine prachtvolle Bahn. Aber allein ist es langweilig.“
Gunther verneigte sich. „Es wird mir ein besonderes Vergnügen sein, Sie begleiten zu dürfen,“ sagte er. „Darf ich Sie gegen drei Uhr abholen? Es ist heute so wunderbares Wetter.“
Sie zögerte einen Augenblick und bejahte dann dankend. Zu Fuß ging er nach dem Auschlosse zurück, während Hedda noch nebenan den Kantor aufsuchte, dessen Frau seit einigen Tagen bettlägerig war.
Beim Mittagessen sprach sie dem Vater gegenüber beiläufig von ihrer Verabredung mit Gunther. Der Alte schwieg anfänglich und begann dann zu räsonieren. Das sei unschicklich; man gebe sich nicht Rendezvous mit jungen Herren. Er verstehe Hedda nicht – sie wisse doch sonst, was Takt sei.
Sie verteidigte sich lebhaft.