„Ganz ausgezeichnet, Exzellenz – tausend Dank, tausend Dank –“
„Aber nun eine Zigarre als Belohnung –“
Schellheim nahm Usen unter den Arm und führte ihn in das Rauchzimmer. Die meisten Herren hatten sich bereits hierher zurückgezogen; Hauptmann Biese rauchte schon eine kolossale Upmann, die das Werk des Abends krönen sollte. Die Diener brachten Kaffee und Liköre; man fühlte sich sehr behaglich.
Es war selbstverständlich, daß das Thema von der Quelle nicht abriß. Aber der Kommerzienrat wich geschickt aus; es machte den Eindruck, als wolle er nicht vor der Zeit von der Sache sprechen. An seiner Stelle gab der Landrat einige Einzelheiten. Gewiß, die Graue Lehne war Bauernterrain – die Quelle gehörte den Möllers, aber der Kommerzienrat war der Geldmann. Er war sozusagen der treibende Faktor. Die Formalitäten waren bereits abgeschlossen: Kommanditgesellschaft – eine Bank beteiligte sich nicht. Und im Mai sollte die Einweihung sein, das stand fest.
Hauptmann Biese, der mit seiner Upmann im Munde in einem Fauteuil neben dem Kamin lag, sah sich im Kreise um. Nur der Landrat, der Kammerherr von Ponteck, der Wernochower Klitzingk, Oberförster Tornow und der Schönwaider waren im Augenblick im Zimmer – da konnte man schon ein bißchen klatschen.
„Aber hören Sie mal, meine Herren,“ sagte Biese mit seiner fetten Stimme, „das mit dem Döbbernitzer – unter uns – ist doch ein Wagnis. Das ist doch eine verfluchte Geschichte – nicht?“
Der Landrat zuckte die Achseln.
„Warum denn, lieber Herr Nachbar? Es wär’ ja recht gut, wenn der arme Kerl wieder ein bissel in die Höhe käme!“
Aber der alte Baron Klitzingk strich seinen weißen Katerbart und schüttelte den Kopf.
„Nein, Herr von Wessels,“ erwiderte er, „ich kann Ihnen in diesem Falle nicht recht geben. Exzellenz Usen meint zwar, wir sollten nach – Dingsda gehen und sehen, ob wir nicht auch sündig wären – na, ich habe aus meinem Herzen nie eine Mörderhöhle gemacht, aber ich bin doch der Ansicht, daß Zernin besser getan hätte, sich nach Amerika zu drücken. Er hat’s zu toll getrieben –“