„Mit dem Pastor und dem Kreisphysikus, – ungefährliche Leute, die sich widerspruchslos anschnauzen lassen ...“

Die beiden standen am Ofen, halb verdeckt von einem großen, kunstvoll gestickten Schirm mit goldenen Bienen, der aus St. Cloud stammen sollte. Kein Mensch war in ihrer Nähe. Von nebenan hörte man die scharfe Stimme der Frau Necker-Klotschow, die von ungezuckerten Pfirsichen sprach.

Zernins Blick bohrte sich in die Augen Heddas. Er fand, daß sie noch schöner geworden war, reifer; sie stand im Sommer ihrer Jungfrauenschaft.

„Also nicht, Hedda?“ fragte er.

Sie verstand sofort. „Nein,“ antwortete sie, „ich will nicht.“

„Ich begreife dich nicht. Hast du Angst vor mir?“

„Die hatte ich nie; höchstens sorgte ich mich um dich.“

„Aber heute nicht mehr?“

„Was sollen diese Fragen, Klaus? Ich habe zu meiner großen Freude gehört, daß es mit dir wieder bergauf geht. Daß mich der Gedanke anfänglich erschreckt hat, dich künftighin häufig sehen zu müssen, war nur natürlich. Aber ich bin schon beruhigt. Mein Schreck war Torheit. Wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir sind uns ja auch klar darüber geworden, daß wir uns nichts mehr zu sagen haben, was nicht die ganze Welt hören könnte. Seit anderthalb Jahren sind wir uns darüber klar. Und es ist heute nicht anders als damals.“

Er klemmte die Unterlippe zwischen die Zähne. Die Ruhe, mit der sie sprach, brachte sein Blut in Wallung.