Jetzt zog der Kommerzienrat die Brauen sehr hoch.
„In gewissem Sinne, ja,“ antwortete er. „Aber das Kapital, das ich in Döbbernitz hineinstecken muß, arbeitet nicht – wenigstens vorläufig nicht –, und wenn es zu arbeiten beginnt, wird es auch nur eine geringe Verzinsung abwerfen. Ich sagte Ihnen ja: ein vollendeter Kaufmann bin ich noch lange nicht. Trotz alledem – ich möchte dem Gunther ein behagliches Nest schaffen –“
„Sehr verständlich,“ warf der Freiherr ein; „er wird ja auch einmal an das Heiraten denken.“
Schellheim fing diese Bemerkung auf. Gott sei Dank, nun war die Anknüpfung gefunden! Er hatte schon Sorge gehabt, den rechten Faden nicht erwischen zu können. Ein wenig in Unruhe war er doch. Er zog sich gleichfalls einen Stuhl heran und setzte sich Hellstern gegenüber. Seine Hände zitterten leicht.
„Ja natürlich,“ entgegnete er, „an das Heiraten – nötig wär’s ja noch nicht – er könnte immer noch ein paar Jahre warten. Aber – na, er hat mich neulich ins Vertrauen gezogen, und da wir gerade unter uns sind, lieber Baron, möcht’ ich mir auch ein paar vertrauliche Worte gestatten. Der – der Junge ist nämlich in – ist nämlich bis über beide Ohren verliebt, lieber Baron – und in wen? Wissen Sie, in wen?“
„Ahnungslos,“ sagte Hellstern, und dann schoß ihm ein Gedanke durch den Kopf. „Sapperlot – etwa in die Woydczinska? Das ist ein deubelsmäßiges Frauenzimmer mit ihren Kohlenaugen!“
„I Gott bewahre! Das sollte mir fehlen! Nein – in – in – in – na, es muß einmal heraus – in Baronesse Hedda!“
Hellstern war wie erstarrt.
„In Hedda?“ fragte er, maßlos erstaunt. „In meine Hedda?“
Der Kommerzienrat nickte.