In der Halle verabschiedete sich Eycken von den Gastgebern.

„Nein, ich habe keinen Wagen,“ sagte der Pastor auf eine Frage Schellheims und reckte seine hohe Patriarchengestalt, „ich geh’ die paar Schritte gern zu Fuß. Ich liebe die Winterlüftung. Wegen der Kinderheilanstalt sprechen wir noch, Herr Kommerzienrat. Wir sprechen noch über manches. Es ist vielerlei hin und her zu überlegen. Auch das mit dem Zernin.“

„Seien wir doch froh, wenn er noch einmal ein tüchtiger Mensch wird, lieber Herr Pastor!“ entgegnete Schellheim.

„Froh?! Du lieber Gott, wie würde ich dem Himmel danken! Aber – – nous verrons, lieber Herr Rat, ich tu’ vielleicht unrecht, daran zu zweifeln. Meine Empfehlungen, gnädige Frau!“

Er küßte ihr die Hand. Dann schritt er grüßend durch die Reihen der Gäste und trat ins Freie. Der Schnee knirschte nicht; es war lauer geworden. Zarte Flocken stäubten durch die Luft. Am Himmel glänzte die Sternenwelt; nur im Osten baute sich eine weiße Wolkenmauer auf, aus der phantastische Arabesken emporragten, wie geflügelte Untiere und greifende Riesenhände. Der Pastor schritt, in seinen leichten Havelock gewickelt, den Parkweg hinab. Auf seinem großen Rundhut bildeten die Schneeatome einen feinen, glänzenden Kranz. Wie der Greis so aufrecht einherging, kräftig ausschreitend und den schönen Kopf stolz erhoben, konnte man ihn für einen Mann in den besten Jahren halten, für einen Vierziger. Nur der lange Bart von der Farbe des Schnees, den der Wind auseinanderwehte, vereitelte die Täuschung.

An Eycken vorüber rollten die Wagen und klingelten die Schlitten. Er war schon außerhalb des Parks, als er hastig zur Seite springen mußte. Der Schwan der Woydczinska fuhr dicht neben einem zweiten Schlitten, und beide Gespanne füllten die Breite des Fahrwegs aus.

Der Pastor hörte ganz deutlich die Stimme der Woydczinska:

„Also bestimmt übermorgen, nicht wahr? Nicht zu spät – so zwischen sechs und sieben ...“

Und eine Männerstimme aus dem zweiten Schlitten antwortete:

„Wenn ich es einrichten kann – aber ich hoffe ...“