Das war das klingende Organ Zernins. Der Pastor strich glättend über seinen zerflatternden Bart. Ein neues Mißtrauen regte sich in seiner Brust, doch ärgerte er sich darüber. Wahrlich, es war nicht christlich und nicht menschlich, immer das Schlechteste zu denken! –
Oben vor dem Schloßportal schrie Exzellenz Usen nach seinem Kutscher. Der Mann hatte zu viel getrunken; eine Wolke von Schnapsdunst umwogte ihn. Usen schimpfte fürchterlich.
„Köpfen müßte man dich lassen, Hundesohn, vierteilen, rädern!“ ... Und dann schob er dem schweigenden Kutscher seine eigne brennende Zigarre in den Mund, kletterte neben ihn und nahm selbst die Zügel in die Hand.
„Halt dich fest, Saufsack!“ schrie er. „Wenn du in den Graben fällst, laß ich dich liegen!“
Seine Peitsche knallte; die Gäule bäumten sich auf und rasten davon.
„Gott sei dem Kutscher gnädig,“ meinte Hellstern, vor die Tür tretend. „Wenn der Pascha selber fährt, geht’s wie der Deibel. Adjö, lieber Herr Schellheim!“
Auch Hedda reichte Gunther, der vor dem Portal die letzten Honneurs machte, die Hand. „Wenn Sie noch einige Tage bleiben,“ sagte sie freundlich, „so holen Sie mich doch wieder einmal zum Schlittschuhlaufen ab. Apropos, was macht der Schnupfen?“
„Danke, gnädiges Fräulein,“ erwiderte Gunther heiter und drückte beseligt die ihm dargereichte Hand, „ich niese mich vorläufig noch weiter durch die Welt.“
Und er blieb draußen stehen, bis die schwerfällige alte Kalesche davongerasselt war.
Im Schlosse erloschen die Lichter. Die Diener huschten aufräumend hin und her. Aus dem Speisesaal tönten das Klappern der Teller, die wieder in das Büffet gepackt wurden, und das helle Klirren des Silbers.