„Auch das noch!“ murmelte Hedda.
„Und im Winter ein paar Monate in Berlin oder auf Reisen – ganz, wie es euch passen würde. Er sagte das alles eigentlich ohne Protzigkeit; er hat mir heute abend viel besser gefallen als sonst.... Sieh einmal, Hedda, wir sind arm, und ein andres, viel glänzenderes Leben würde ja zweifellos für dich beginnen, wenn du den Gunther heiratetest. Es ist auch kein unübler Mensch. Ich würde schließlich selbst nichts gegen das Bürgerliche sagen; um der Kinder willen ließe sich der Adel schon beschaffen, obwohl derlei frische Backware auch nicht nach meinem Geschmack ist. Aber die Hemdenindustrie gefällt mir nicht. Ich bin kleinlich in solchen Dingen – ich weiß es –“
Hedda entzog ihre Hände dem Vater und setzte sich wieder aufrecht in ihre Ecke.
„Das ist in der Tat kleinlich, Papa,“ erwiderte sie. „Wir haben schon einmal über den Punkt gesprochen. Ob Hemden oder Geschütze, was ist da der Unterschied? Die Welt braucht beides, und Hemden vielleicht noch nötiger als Kanonen. Wenn irgend ein junger Krupp um mich anhielte, würdest du keine Bedenken haben. Aber wir wollen nicht von neuem streiten. Es handelt sich weder um Kanonen noch um Hemden, sondern um mein Herz.“
„Richtig, Hedda! Das ist der Punkt, um den sich alles dreht.“
„Was hast du Herrn Schellheim geantwortet?“
„Daß ich mit dir sprechen und ihm morgen Antwort geben würde.“
„So schreibe ihm, aber, bitte, in höflichster Form, daß sein Sohn sich in eine Täuschung hineingelebt habe, und daß ich es noch nicht – für an der Zeit hielte, über mein Herz zu entscheiden.“
Hellstern nickte.
„Gut; das werd’ ich ihm schreiben. In höflichster Form – ich will den Leuten ja nicht wehe tun.“