„Mit dem Nachfolger des verehrten Direktor Clausen sind wir tüchtig hereingesegelt,“ murmelte Traute verdrossen. „Diese liebenswürdigen Köder, die der Mann auswirft! Nun hat der Dr. Hofer auch schon wieder angebissen, der sogenannte ‚Unbestechliche‘, wie man ihn im Ministerium nennt.“
„Glauben Sie mir, der Grund von allem liegt bei den Heidekamps. Der Direktor hat einen Narren an der Sörine gefressen.“ Fräulein Nissen zitterte vor Gereiztheit.
„Man sagt,“ bemerkte Asmus, „der Direktor habe von oben, von ganz oben, einen Wink bekommen, die Abneigung des hochwohlgeborenen Herrn in der Heide endlich in Wohlgefallen zu verwandeln.“
„Und der Grund?“
Ein viel andeutendes und gar nichts sagendes Achselzucken war die Antwort. —
Lehrer Hansohm trat zu Fräulein Dr. Stavenhagen: „Geben Sie mir die Ehre, einen Heidespaziergang mit mir zu machen, Fräulein Doktor?“
Sie nickte ernst.
„Denn Ihnen geht es wie mir,“ fuhr er fort, „die Luft wird einem knapp in diesem Kollegium.“
Stumm schritten die beiden nebeneinander her. Durch das Tor des Städtchens ging’s hinein in die weite Heide. Ein paar Vögel flogen vor ihnen auf, über den Heidesand flohen junge Hasen. Sonst köstliche Stille.