Verschiedene Bürger, Handwerker, die für das Seminar arbeiteten, waren aus der Stadt gekommen und tranken mit ihren Frauen einen Schoppen, während wir zu den Klängen eines Leierkastens, dessen Besitzer wir mit Bratwürsten, Kartoffelsalat und etlichen Seideln verpflichtet hatten, mit den Töchtern gefühlvolle Walzer tanzten.
Die schwarze Balianslisette war dabei.
Das Mädchen war schön, üppig und dreist.
Der verwitwete Vater, Schmied Balian, hielt sein einziges Kind sonst jeder Freude fern. Man sagte, es seien ihm schon zwei Töchter verdorben. Er bewachte sie mit Späheraugen, und manch einer hatte eine harmlose Fensterpromenade schwer büßen müssen.
An jenem Tage hielten ihn Freunde fest hinter seinem Stammseidel und die Lisette gehörte uns.
Die Luft im mäßig großen Zimmer war unerträglich, schwül, voll Staub. Lisette saß dicht an mich geschmiegt, und ihre schwarzen Beerenaugen trieben ein tolles Spiel mit mir. —
Wir liefen hinaus in den dunkeln Garten, haschten uns, schrien, lachten...
Dann plötzlich war ich allein mit der Lisette in der Kegelbahn... Wir küßten uns rasch, leidenschaftlich, wild. —
Ein Streichholz glühte auf, eine Hand lag fest auf meinem Arm, und Schmied Balian sagte geruhig: „Ich wußte nicht, daß Sie der Lisette gut sind, bin’s aber zufrieden. Jetzt nach Haus, morgen komme ich zu Ihrer Mutter, ist ’ne brave Frau.“