„Hoffentlich etwas Gutes,“ beantwortete er sich niedersetzend die Frage des alten Herrn. „Die Verfehlung der Klassenlehrerin hat mich selbst schwer verletzt. Was gäbe ich darum, sie ungeschehen zu machen. Aber die zweite Klasse wird sie selbst verwinden, es steckt ein prächtiger Geist in ihr...“

„Mensch, Direktor, Herr Sörensen! Was sagen Sie da? Wie kommt Saul unter die Propheten? Hat mir nicht Sörine immer geklagt, daß ihre Klasse verfemt sei und mußte ich nicht zuletzt selbst dran glauben?“

„Sörine sprach von Zeiten, die vergangen sind.“

„Ja, Herr Direktor, und nicht wahr, ein neues Morgenrot bricht an? Aber — aber, davon wollt ich ja nicht sprechen. Ich — ich wollte ja schimpfen, — ich wollte ja dieses — dieses — Fräulein Nissen, es fehlt mir ein parlamentarischer Ausdruck...“

„Lassen Sie es gut sein, lieber Herr von Heidekamp, ich möchte nichts dergleichen anhören... Aber fragen möcht’ ich, wie Ihre Enkelin die Sache trägt, ich bin unablässig in Sorge um sie...“

„Ich habe Sörine noch nicht gesehen seit jenem Tage,“ sagte der Freiherr. „Donnerwetter, das ist hart für mich alten Kerl, der von ihrer frischen Jugend zehrt. Grauchen enthält sie mir vor...“

„Ist Sörine krank?“

„Ich weiß es nicht. Seelisch wahrscheinlich auf dem Hund. Guter Gott, wenn mir doch nur mal dies Fräulein Nissen begegnete...“

„Lieber nicht, Herr Baron. Aber was tut denn Sörine zu Hause?“

„Zu Hause nicht viel. Sie reitet in die Wälder und liegt in der Heide...“