„Sie scheinen noch nicht ganz fertig mit mir zu sein?“ lächelte Sörensen.

„Noch längst nicht,“ meinte zögernd der alte Herr, und setzte humorvoll hinzu: „Ich hoffe, wir werden niemals miteinander fertig. Heute aber wollt ich fragen: Wollen Sie mich nicht begleiten? Ein langer, schöner Sommerabend liegt vor uns... nicht wahr, Sie antworten mir nicht, daß ja Lehrer nicht über meine Schwelle kommen sollen, erinnern mich nicht an den törichten Ausspruch...“

„Nein, nein, sicher nicht. Ich komme mit,“ rief Sörensen in raschem Entschluß. „Die Hauptsache ist ja doch, daß ich über die Schwelle Ihres Vorurteils gekommen bin.“

Er gab dem Freiherrn den Arm, dieser stützte sich schwer darauf. In der Küchentür stand knixend Frau Dietz.

Der Freiherr streckte ihr die Hand hin. „Ich habe da vorhin eine Bekanntschaft erneuert. Marianne Witt war ja viele Jahre in meinem Hause, bis der Dietz sie uns fortschnappte.“

„Zu meinem Schaden,“ sagte Frau Dietz trocken. „Aber man soll von den Toten nichts Übles reden.“

Sie stand dann noch am Fenster und sah, wie die beiden Herren davonfuhren. „Es war eine schöne Zeit,“ sagte sie zu sich und wischte sich die Augen. „Aber die bessere kommt jetzt. Ich möchte niemand mehr für meinen Herrn Direktor eintauschen.“ —

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Sonntag abend.