„Wer sind die Leute da vorn,“ fragte sie, wie gelangweilt.
„Die Lehrer vom Lyzeum in Birkholz,“ antwortete er rasch, „und der jetzt gerade ruft und lacht, ist der neue Lyzealdirektor Sörensen.“ Wie in einer plötzlichen Eingebung war ihm der Nachsatz gekommen. Er sah die Frau lauernd an.
„Was geht’s mich an?“ sagte sie abweisend und schrieb weiter. Kahl entfernte sich zögernd von ihr und schritt wieder nach der Kegelbahn. Nach einer Weile stand die Frau auf.
„Vergessen Sie nicht ’s Bezahlen,“ rief ihr der Knecht zu, und sie diente ihm mit ein paar kräftigen Worten. Dann holte sie aus der kleinen, abgegriffenen Geldtasche mehrere Kupfermünzen heraus und legte sie auf den Tisch.
Den geschlossenen, mit Aufschrift versehenen Brief hielt sie nachdenklich in der Hand.
Der Knecht schlürfte ins Haus, und in plötzlichem Entschluß kam die Frau auf Kahl zu.
„Sie kennen den Direktor Sörensen?“ fragte sie vorsichtig.
„Erne Sörensen? Das ist mein Freund,“ log er.
Sie atmete rasch auf. „Das ist gut. Und nehmen Sie’s nicht krumm, daß ich Sie vorhin angefahren habe. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diesen Brief, ohne daß es jemand merkt, Herrn Sörensen bringen möchten.“
Kahl nahm ihr mit raschem Griff das Schreiben aus der Hand.