Ich entsinne mich aus jener Zeit, daß in Kopf und Herz nur die Fragen brannten: Was soll ich? Wohin? Wo ist Hilfe? Und keine Antwort fand.

Nicht am Tage und nicht des Nachts. Nicht in Kirche und Schule. Nicht daheim, noch in weiter Heide.

Mein Mutterchen war auf dem Posten.

Damals ist ihr Gebet gewesen: „Lieber Gott, der Erne, mein großer Jung, will uns entlaufen. Jawohl, dir und mir. Da heißt’s aufpassen. Und fein gesund mußt du mich bleiben lassen, das siehst du wohl ein, du lieber Herrgott. Denn der Erne hat jetzt nur mich.“ —

Vor des Pfarrers Studierstube stand ich und wollte irgendeine Dorfangelegenheit mit ihm besprechen. —

Es war garstiger Schneesturm, und jeder andere wäre daheim geblieben. Denn die Dorfangelegenheit war nicht wichtig. Aber mein ödes Zuhause und darinnen die junge, faule, zänkische Frau trieben mich häufig in die Weite der Heide oder auch in die Enge des Dörfleins.

Und noch auf der hallenden Estrichdiele des Pastorats gellten die Fragen meines arbeitenden Hirns: Warum? Wohin? Wo ist Hilfe?

Pastor Verden las laut sein Abendlied, und die schlichten Worte übertönten den Jammer meines Herzens:

Der Wolken, Luft und Winden

Gibt Wege, Lauf und Bahn,