Der helle Frohsinn, der dann seine Herrschaft beim Kaffeetrinken und Kuchenschmausen ausübte, war herzerquickend. —
Welch prächtige Pädagogen sind meine drei Mitarbeiter!
Senior Rasmussen erwies sich als ein vorbildlicher Märchenerzähler.
Eine kleine köstliche Perle von Andersen trug er uns in der Ursprache vor, und wir gerieten in vergleichende Sprachwissenschaft hinein. Wie lebendig die erste Klasse daran Teil nahm!
Fräulein Doktor hat etwas sehr Mütterliches im Umgang mit den jungen Mädchen. Sie ist doch selbst noch jung. Und was bei vielen Lehrerinnen in diesem Alter in gewollte Jugendlichkeit umgesetzt wird oder in verfrühtes, schrulliges Altjungferntum, das ist bei Fräulein Stavenhagen Mütterlichkeit.
Dadurch wird sie vor dem öden Begriff Neutrum geschützt. Dem großen Jungen Hansohm bedeutet sie eine Art Beichtvater. Er nimmt sehr unverfroren ihre Freizeit in Anspruch, und ich habe nie gehört, daß sie nein sagte, wenn er sie zum Spaziergang aufforderte oder sie zu seiner Schwester einlud.
Dafür tritt er auch als ihr rechter Beschützer auf, wo immer sich Gelegenheit findet. Kahl und Genossen fürchten seinen beißenden Witz, wenn sie sich auf Gefechte mit ihm einlassen. —
Mit den Schülerinnen macht er überhaupt keine Witze. Ein feiner Humor scheint in seinen Unterrichtstunden zu walten, ich konnte mich recht freuen an seiner Art, mit diesen unberechenbaren Geschöpfen umzugehen.
Vom Forsthaus aus wanderten wir dann noch ziemlich zwei Stunden nach Heidekamp. Wie eine große Familie waren wir, aber von ganz seltener Einigkeit. Ein prächtiger Korpsgeist lebt in der ersten Klasse. Auch scheint sie es mir nicht vergessen zu wollen, daß ich mir ein gerechteres Urteil über sie gebildet habe, ohne auf böswillige Einflüsterungen Wert zu legen. So lernte ich jedes der zwölf Menschenkinder in seiner Eigenart kennen und genoß köstliches Vertrauen.
Ihre Zukunftshoffnungen und -pläne legten sie mir dar...