Charaktere sind darunter, die ganz genau wissen, was sie wollen.
Edith Gerstenberg will Malerin werden. Da schlummert wohl ein ernstes, großes Talent. Meisterhände sollen es wecken. — Sie hatte ihr Skizzenbuch mit, und die Frische und Lebendigkeit, mit der sie Lehrer und Mitschülerinnen darin charakteristisch festgehalten hat, ist köstlich.
Besonders Hansohm war taktstockschwingend in den verschiedensten Stellungen vertreten. Professor Traute verblüffend getreu, wie er, kurzsichtig in sein Buch schauend, doziert...
Mich selbst fand ich Arme unterm Kopf in der Heide liegend. Die ganze Gesellschaft lachte aber nur tobsüchtig, als ich über die Entstehung dieses Bildes etwas wissen wollte, und verweigerte jegliche Auskunft.
Telse Lüders erbat meine Fürsprache bei ihrer Patentante Fräulein Tingleff. Von dieser ist Telse in Sachen Pecunia abhängig. Sie möchte weiterlernen und dichten und schriftstellern. „Aber Tante will mir keinen Beruf eröffnen.“
„Was meint sie denn?“
„Um Gottes willen sieh zu, daß du’n Mann kriegst.“ Telse wurde sehr niedlich rot, und die ganze Klasse lachte schallend.
„Das hat sie auch zu mir gesagt“, riefen verschiedene durcheinander.
„Und wenn meinem Mann eine Ballade lieber wäre, als ein Kalbsnierenbraten, dann hätte ich das große Los gezogen.“
Nun plauderte das Jungvolk ein Weilchen über „rückständige Tanten und Mütter, über Selbständigkeit“, ja sogar ein paar Schlagworte fielen wie „Recht auf Persönlichkeit“ und „eigenes Leben leben“.